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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 69

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 69 (sequence 72)
Language
German
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69 dadurch erklären lässt,1) dass diese Colonien damals noch zu geringfügig oder erst im Entstehen begriffen waren. Eür Gallien fehlt es uns zwar an einer sicheren Nachricht über Ansiedlung in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Dennoch unterliegt es keinem Zweifel, dass auch die narbonensische Provinz nicht viel später als Spanien Niederlassungen empfangen hat. Warum sollten auch die Juden, die jeder fruchtbare Boden anlockte, gerade von Gallien fern geblieben sein? Dort waren, wie Josephus sich ausdrückt, die Quellen des Reichthums heimisch, und ihre Fülle strömte fast über die ganze Erde.2) Und da sollten die jüdischen Kaufleute, nachdem sie einmal durch Caesar den Segen des Landes kennen gelernt hatten, sich fast überall* ansässig gemacht und nur Gallien verschmäht haben! Aber selbst vom mercantilen Gesichtspunkte abgesehen, bot sich den italienischen Juden wiederholt Anlass zur Auswanderung. Durch Kaiser Tiberius3) 1j Vielleicht zählt Agrippa auch nur solche Länder auf, die von Jerusalem aus (äs colonisirt wurden. Für Gallien und Spanien war aber nicht Jerusalem die Mutterstadt, sondern Rom. Daher mag er auch die jüdische Ansiedlung in Cyrene nicht erwähnen, sie ist von Alexandrien aus begründet worden. Auf den griechischen Inseln waren Colonien Griechenlands oder Kleinasiens. 2) Josephus, bell. iud. II, 16, 4: rag Sh nrjyäg ojg äv rig stnot rijg eödatßoUag intywpioug fyovreg xal rotg d/a&oig oätjv intxAugovTes ri)v olxoufjL&Tjv. Siehe Mommsen V2, 97 Anm. und die andern dort angeführten Belege für Galliens Reichthum. 3) Die Angabe des Joh. Bcupt, Villaprandus, in Ezechielem explanationes et apparatus urbis ac templi Hierosolymitani II (Romae 1605), 543: ״Auctor est Xiphilinus, Tyberii Caesaris iussu Hebraeorum oratorem, natione Gallum, in Tyberim fluvium fuisse proiectum, quod orans Caesaris iram concitasset“, wonach auf Befehl des Tiberius ein gallischer Redner jüdischen Glaubens in den Tiber geworfen worden sein soll [Basnage, histoire des Juifs 1. VI (Rotterdämm 1706), 1086 und neue Ausgabe 1. VII (Haag 1716), 276], beruht auf Irrthum oder absichtlicher Erdichtung. Weder im Xiphilin, noch Dio Cassius findet sich etwas darüber. Aber auch, wenn die Nachricht wahr wäre, würde sie doch nur zeigen, dass ein Gallier (natione Gallus) zum Judenthum übergetreten war. Das aber kann

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