Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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49 Geschäften legte er jeden zweifelhaften Fall dem Patriarchen zur Entscheidung vor, aus Furcht, das Interesse an der Sache möchte ihn zu einem ihm selbst günstigen Urtheile und zur Ueberyortheilung Andrer verleiten1). Einen eclatanten Beweis seiner Gewissenhaftigkeit liefert uns noch folgender Zug: Eine Frau hatte ihm eine Münze gezeigt, welche er für gangbar erklärte. Als sie am nächsten Tage wiederkam und ihm sagte, dass sie dieselbe nicht anbringen könne, wechselte er sie um, weil er sie durch sein Wort zu deren Annahme veranlasst hatte, und sagte zu seinem Neffen AbbaAricha: ״Trage in mein Geschäftsbuch ein, das war ein schlechtes Geschäft“.2) Diese und ähnliche Tugenden konnten nicht verfehlen, Chija die Achtung und Verehrung aller seiner Zeitgenossen zu erwerben; der weitere Verlauf unserer Abhandlung wird zeigen, dass auch sein tiefes und umfangreiches Wissen, seine hohe wissenschaftliche Bildung Beträchtliches dazu beitragen musste. (Fortsetzung folgt). ג) Jer. Baba Mezia V, 6. 2) Baba Kama 99b. — Der von Kirchheim S. B. des ״Orients“ Jhrg. 1848 Seite 673 citirte Ausspruch eines Kab Chija, er könne Processe allein schlichten (ohne Beisitzende), gehört nicht unserem R. Chija an, da diesem nie der Titel Eab beigelegt wird; dann sind auch die Worte erst nach einem ähnlichen Ausspruche des um zwei Generationen jüngeren Rab Nachman erwähnt und sind überhaupt dem bescheidenen Wesen unsres Rabbi Chija unangemessen. Magazin Heft I, 1890. 4