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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 48

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 48 (sequence 51)
Language
German
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48 Armen Speise, damit man einst auch deinen Söhnen bringe, wenn sie deren bedürftig sein werden.1) Das Schicksal seines Volkes war der Gegenstand seines Denkens und seiner Sorgfalt, und bei jeder Gelegenheit legte er an den Tag, wie sehr ihn sein Wohl beschäftigte. Als er einst mit Simon bar Chalafta auf dem Felde den allmählig anbrechenden Morgen und das prachtvolle Schauspiel des Sonnenaufgangs beobachtet hatte, sagte er zu diesem: ״So wird die Erlösung Israels sein; allmählig wird sich sein Loos mildern, bis ihm völlige Befreiung wird.2) Seine Liebe zu seinem Volke suchte er besonders auch durch die Sorge für ihre geistige Wohlfahrt, Verbreitung der Gesetzeskenntniss unter das Volk zu bethätigen; selbst seine Urtheile über die heidnischen Stämme, welche weit entfernt sind, von Hass und Intoleranz gegen Ungläubige zu zeugen, drücken nur den Schmerz aus über die Grausamkeit dieser Henker seiner Nation und sind wiederum ein Spiegel seiner Gesinnung gegen diese.3) Chija's Gottesfurcht, sein heiliger, innig-frommer Lebenswandel war bei seinen Zeitgenossen so berühmt, dass man seine Verdienste denen der Erzväter gleich achtete und seinem Gebete versöhnende Kraft beilegte. Hatte die Natur den nothwendigen Regen versagt, hatten wilde Thiere die Felder verwüstet, so wusste das Volk keinen würdigeren Vorbeter zu finden als ihn, um durch seine Fürbitte, die als göttliehe Strafen betrachteten Uebel abzuwenden4). Dem Verdienste des R. Chija schrieb man es zu, wenn günstige Witterung und Fruchtbarkeit des Bodens die Arbeit des Lendmannes segneten5). Ferner verdientauch die strenge Rechtsliebe Ohija’s hervorgehoben zu werden. Bei seinen נ) Sabbath 151b. 2) Jer. Berachot I, Midrasch Esther Ende. 3) Siehe Güttin 17 a; ferner Tanchuma Vajescheb pag. 41a. 4) Baba Mezia 85b; Gen Rabba cap. 81. &) Chulin 86 a.

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