Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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46 welche er seine Hypothese stützt, hat keine Beweiskraft, da die dort erwähnte Ehrenbezeugung, dass ihm ein Platz in der vordersten Reihe angewiesen wurde, der persönlichen Würde Chija's zukam. Ebensowenig lässt sich aus dem von Krochmal nicht angeführten Berichte, dass Ismael und ihm ein Rechtsfall zur Entscheidung vorgelegt wurde,1) etwas schliessen, da jedes ordinirte Mitglied der Schule zur Ausübung der richterlichen Funktionen befugt war. Bevor wir jedoch unsere Untersuchung über die öffentliche Wirksamkeit Chijas weiter fortsetzen, müssen wir auch seine individuellen Eigenschaften, den Grad und Umfang seiner Bildung einer näheren Betrachtung unterziehen. Es wird dies nur dazu beitragen, uns Ohija der ihm von seiner Mit־ und Nachwelt gezollten Verehrung vollkommen würdig erscheinen zu lassen. 4. Kapitel• Character Chija’s. Unter den vielen rühmlichen Eigenschaften, welche Chija zierten, ragt besonders seine innige, aufrichtige Menschenliebe hervor. Wie wir schon bei der Betrachtung seiner häuslichen Verhältnisse seine Nachsicht und Milde zu bewundern Gelegenheit hatten, so sehen wir ihn überall, wo es galt, seinen Nebenmenschen vor Erniedrigung und Beschämung zu bewahren, sein eigenes Ansehen zurücksetzen. In der Lehrversammlung hatte sich einst Jemand, desson Person nicht ermittelt werden konnte, eines geringen Vergehens schuldig gemacht. Rabbi Juda, die Gewissenhaftigkeit seiner Genossen und Jünger kennend, forderte, dass der Schuldige die Versammlung verlasse. Um diesen keiner öffentlichen Erniedrigung auszusetzen, verliss Chija sofort den Saal, worauf dann auch Andre seinem Beispiele J) Baba Batra 69 b.