Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 44)
- Language
- German
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41 scheint einiges Vermögen von Babylonien mit heraufgebracht zu haben, da er einen Bedienten hielt,1) Grundstücke erwarb, welche er dann verpachtete,2) zum Theil auch wohl selbst anbaute.3) Auch trieb er einen Handel mit Flachs4) und Seide5) und kaufte letztere persönlich in Tyrus ein. Trotz seiner Wohlhabenheit war seine Lebensweise eine sehr einfache und massige. Als er einst R. Josua ben Levi besuchte und dieser ihm eine Menge Gerichte vorsetzen liess, fragte er verwundert, womit er bei dieser Lebensweise denn den Sabbath auszeichnen könne. Als Josua ihm den Besuch erwiderte, wagte er es gar nicht, dem an Leckerbissen gewöhnten Mann seine bescheidene Kost vorzusetzen, sondern beauftragte seinen Schüler, den Gast nach seiner Gewohnheit auf Kosten Chija’s zu bewirthen.6) Vorstehendes mag zur Schilderung der Privat- Verhältnisse Chija’s genügen, und wir gehen zur Betrachtung seiner Stellung über, welche er gegenüber R. Juda und den übrigen Mitgliedern des hohen Rathes und der Schule einnahm. 3. Kapitel. Chija's Stellung an der palästinensischen Hochschule. Obgleich Chija, wie schon erwähnt, mit umfangreichen Kenntnissen ausgerüstet in Palästina ankam, stand er Anfangs doch noch zu R. Juda in einem schülerhafter! Verhältniss, und er soll die rabbinische Ordination (Semicha נ) Moed Katan 20 b. 2) Midr. Ruth zu III, 3. :1) Wir schliessen dies aus Chija’s eignen Worten in Baba Mezia 85b u. Jer. Megilla IV, 1. 4) Jer. Baba Mezia V, 6 vgl. Babl. Chulin 85b. 5j Genes. Kabba eap. 77; Cantic. zu III, 0; vergleiche über seine Vermögensverhältnisse noch Baba Mezia 44 b u. ibid. Jer. IV, 1. 6) Midi*. Threni zu III, 16.