Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Talmud Jeruschalmi und den Midraschim gewöhnlich mit dem Epitheton ״Rabbau, zuweilen auch ״Hagadol“,1) d. i. der Grosse, erwähnt. Sein Geburtsort ist Kafri, welches eine bedeutende Gemeinde und später Sitz eines jüdischen Obergerichtes war.2) Ueber die Lage dieses für die Topographie des jüdischeu Babyloniens wichtigen Ortes hat bisher grosse Verwirrung geherrscht; 3) allein aus einer talmudischen Notiz (Baba Mezia 6 b) geht deutlich hervor, ,dass es in der Nähe von Sura, also im südlichen Theile des jüdischen Babyloniens lag.4 5) Ohija war ein Sohn aus zweiter Ehe des sonst unbekannten Abba bar Acha Karsila.6) Seine älteren Geschwister von väterlicher Seite waren Aibu, Vater des berühmten Abba Aricha (Rab), späteren Schulhauptes zu Sura, Ohana, Schila und Martha, deren Söhne sämmtlich gelehrte Talmudisten waren. Dann hatte er noch eine Schwester von mütterlicher Seite, welche das Weib des obengenannten Aibu und die Mutter Abba Aricha's war.e) Diese Familie soll von Schefatia, dem fünften Sohne des Königs David7) abstammen.8) Von 1) Jer. Peah VI, 4 und häufig im Midrasch Rabba und Tanchuma. 2) Kiduschin 44b. 8) Jost, Geschichte des Volkes Israel, Bd. IV S. 272 und Grätz 1. c. S. 314 (erste Auflage) verlegen es, ohne eine Quelle anzugeben, ins nehardeanische Gebiet. Aus Erubin 62b רב חסדא אורי בכפרי geht unzweideutig hervor, dass Kaphri mindestens drei Parasangen von Pumbadita entfernt war. Die Angaben Eürst’s in der ״Kulturu. Literaturgesch. der Juden in Asien“ S. 90 u. S. 134 stehen mit einander in offenbarem Widerspruch: in der 2. Auflage li'ess Grätz an der betreffenden Stelle die Bestimmung der Lage fort. 4) Vgl. Raschi zur Stelle und zu Kiduschin 44b. 5) Sanhedrin 5 a, Pesachim 4 a. Ibid. u. Moed Katan 20 a. Unbegreiflicher Weise macht Lebrecht ״Kritische Lese“ S. 3 die Martha zur Frau Aibu’s, ohne zu bedenken, dass in diesem Kreise an eine blutschänderische Geschwisterehe nicht zu denken ist. 7) 2. Samuel 3,4. 8) Jer. Taanit IV, 2, Gen. Rabba cap. 98, wo eine in Jerusalem Aufgefundene Genealog/entafel citirt wird. Dagegen wird Babl.