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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 33

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 33 (sequence 36)
Language
German
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33 er mit der grössten Sorgfalt darauf bedacht, die Lage des gesammten Volkes zu verbessern. Dies bethätigte er besonders durch Erleichterung der Gesetze über den Landbau und das Erlassjahr.1) Die sociale Lage des Volkes war unter seiner Amtszeit grösstentheils keine günstige; weder Marcus Aurelius, noch seine unwürdigen Nachfolger waren besondere Freunde der Juden. Die Steuern waren so drückend, dass die Einwohner von Liberias in Galiläa einst wegen der Unerschwinglichkeit des Kelila (aurum coronarium) die Flucht ergriffen.2) Mit einem Gefühle der Sehnsucht sahen darum die Palästinenser auf ihre glücklicheren Brüder in Babylonien hin, und unser Rabbi Cbija kennzeichnete diese traurige Lage mit den Worten: ״Gott wusste, dass Israel die drückenden Gesetze der Römer nicht ertragen konnte, darum lies er sie nach Babylonien auswandern. “3) Dessenungeachtet hob sich die palästinensische Schule uuter R. Juda so sehr, dass seine Amtszeit den Glanzpunkt der tanaitischen Periode bildet. Von allen Gegenden des Landes, ja selbst von Babylonien und den entfernten Ländern, wohin sich der Fuss jüdischer Exulanten schon verirrt hatte, strömten die Schüler schaarenweise zu den Füssen des gelehrten ״Rabbi״, wie man R. Juda xar nannte, als ob es neben ihm keine Autorität gäbe. Die Blüthe der Schule, das Ansehen und die Macht des Patriarchen machten es ihm möglich, das seinen Namen tragende Werk, die Mischna, zum Abschlüsse zu bringen. Vor ihm hatte jedes Schulhaupt den Traditionsstoff, welcher neben den sinaitisch überlieferten Anwendungstheorien und Interpretationsregeln des mosaischen Gesetzbuches auch die Anordnungen und ,.Umzäunungen“ der Synhedrien aller Zeiten umfasste, seinen Schülern in beliebiger Form und Ordnung vorgetragon und die getreue Fortpflanzung des- ף Jer. Schebiit VI, 1; ib. Demai II, 1; Babl. Chulin 6 b. 2) Baba Batra ibid. 3) Grittin 17 a. Magazin Heft f, 1890, 3

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