Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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32 der Schreckensherrschaft zu leiden. Rabban Simon verwaltete sein Patriarchat mit Kraft und Einsicht und verstand es, seine Autorität vor unbefugten Eingriffen zu wahren.1) Am meisten hob sich aber das Ansehen der Patriarchenwürde unter seinem ihm folgenden Sohne Rabbi Juda, welcher ungefähr 170 sein Amt antrat und die Hochschule nach Bet-Schearim und später nach Sepphoris, beide in Galiläa2) verlegte. Gesegnet mit ungeheuren Reichthümern,3 4) sowie ausgestattet mit einem reichen Wissen, vermochte er die Patriarchenwürde zu bisher nie gesehenem Glanze zu heben. Was bisher ein allgemeines Recht der Gelehrten war, die Ordination der Jünger, sollte jetzt der angesehene Fürst einzig und allein ausübend) R. Juda machte von dieser ausschliesslichen Gerechtsame den ausgedehntesten Gebrauch zur Aufrechterhaltung des Ansehens des Nasiats, indem er den Jüngern, welche sich eines Vergehens gegen die fürstliche Würde schuldig gemacht hatten, die Weihe versagte.5) Ueberhaupt ahndete er selbst das geringste Vergehen der Schüler auf das Strengste und schärfte noch auf dem Todtenbette seinem Sohne und Nachfolger Gamaliel d. III. ein, das Ansehen des Patriarchats zu wahren und den Schülern strenge Ehrfurcht einzuflössen6). Andererseits bewährte er aber seinen Edelmuth durch den rühmlichen Gebrauch, welchen er von seinem Reichthume machte. Während er selbst sehr massig lebte, war seine Hand stets geöffnet, wenn es Nothleidende zu unterstützen und Dürftige zu sättigen galt. Hunderte von armen Jüngern speisten an seiner Tafel 7). Zugleich war 1J Siehe Horajot Ende. а) Siehe Robinson Palästina Bd. III, S. 489. 3) Er war so reich, dass man in hyperbolischer Weise sagte: R. Juda’s Viehställe haben mehr Werth als die Schatzkammern des persischen Königs. Sabbath 118 a. 4) Grätz 1. c. S. 487 nach Jer. Sanh. I. 5) Jer. Moed Eatan III. ibid. Taanit IV, 2. б) Eetnbot 108 b. ד) Baba Batra 8 a.