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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 31 (sequence 34)
Language
German
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31 118 nach ü. Z.) za einer hohen Blüthe entwickelt hatte, war, theilweise schon durch die Unruhen unter Trajan und durch den sogenannten Quietus-Krieg beim Regierungsantritte Hadrian’s1) (118) in ihrer Wirksamkeit gestört, durch den blutigen Bar Kochba-Krieg (132—135) völlig aufgelöst. Die vornehmsten und angesehensten Lehrer waren dem Henkerbeile und den Scheiterhaufen des Blutrichters Rufus — in den jüdischen Quellen immer Tyrannus Rufus genannt — verfallen, und unstät irrten die Jünger umher, um Schutz vor den grausamen Yerfolgern zu suchen. Wir würden uns zu weit von unserer Aufgabe entfernen, wollten wir eine Schilderung dieser Greuelscenen versuchen, durch welche die Römer die Uebertretung ihrer strengen Verbote, sich mit dem Studium des Gesetzes zu beschäftigen oder ein religiöses Gebot zu erfüllen, ahndeten. Diese traurige Zeit blieb noch lange unter dem Namen ״Eth Haschemad“ oder ״Hagesera“ (Zeit der Verfolgung und des Religionszwanges) im Andenken der Juden.2) Erst nach dem Tode des Kaisers Hadrian (138), als der menschliche Antonius Pius die Blutgesetze und Verbote der Religionsübung zurückgenommen hatte, wagten es die übrig gebliebenen Jünger, ihre Schlupfwinkel zu verlassen und den Grund zu einer neuen Schule zu legen. Nachdem das neugebildete Synedrium kurze Zeit zu Uscha in Galiläa getagt hatte, eröffnete es seine Sitzungen wieder in dem alten Patriarchatssitze Jabne, und der noch junge Simon, Sohn des früheren Patriarchen Gamaliel, erhielt die so lange unbesetzt gewesene Würde eines Nasi. Später wurde das Synedrium wieder nach Uscha verlegt; indess nur nach und nach konnte sich die Schule zu ihrer früheren Blüthe wieder entfalten: Land und Bewohner hatten noch zu sehr an den Nachwehen des Krieges und *) Meor Enajim cap. 19. Graetz 2. Aull. Bd. IV, S. 440. 2) Siehe besonders Midr. Rabba zu Threni II, 2.

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