Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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30 fortan allen Stürmen und Gefahren der Zeit Trotz zu bieten und sich seinen Namen und seine Stammesreinheit zu erhalten. Unter den Männern nun, welche in jener Zeit für ihr Volk thätig waren, nimmt Rabbi Ohija, von der Nachweit ״der Grosse“ (ר* חייא רבה oder 1(הגדול) genannt, eine hervorragende Stelle ein. Glänzend durch ausgezeichnete Geistesgaben, berühmt durch seltenes Wissen und begeisterte Frömmigkeit, endlich beseelt von einem glühenden Eifer für die Verbreitung der Gesetzeskenntnies, verdient er die volle Aufmerksamkeit des Geschichtsforschers, während ihm bisher selbst in grösseren und besseren jüdischen Geschichtswerken, wie die von Jost, Grätz u. A״ kaum einige flüchtige Seitenblicke gewidmet werden. Wenn wir daher im Vorliegenden den Versuch machen, nach den dürftig zerstreuten und häufig sagenhaft ausgeschmückten Angaben der Quellen ein Bild von seinem Leben und Wirken zu entwerfen, so glauben wir nicht allein eine Pflicht gegen das Andenken eines grossen Mannes erfüllt, sondern auch zur Geschichte des Judenthums einen geringen Beitrag geliefert zu haben. Werfen wir jedoch vorher noch einen Blick auf die jüdischen Zustände der damaligen Zeit und besonders auf den Stand der Schulen in Palästina und Babylonien; wir werden sodann das ruhmvolle Leben, das segensreiche Wirken unseres Rabbi Chija noch besser zu würdigen vermögen. 1. Kapitel. Die jüdischen Zustände in der damaligen Zeit. Die palästinensische Schule in Jabne (Jamnia), welche sich unter dem Patiiarchate des Rabbi Jochanan ben Sakkai und Rabban GamaliePs des II. (zusammen von 70 bis ca. ג) "Wahrscheinlich bedeutet hier ״der G-rosse“ so viel wie ״der Aeltere“, wodurch er wohl von dem späteren R. Chija b. Abba, dem Schüler R. Jochanan’s, unterschieden werden sollte. (Red.)