Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 272)
- Language
- German
- Belongs to
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266 — mitelalterlichen Philosophie in so anmuthigem Gewände als beim Verfasser des Fons yitae: es ist, als ob Plato’s eQmg diese geistvolle Gedankenbildung inspiriert hätte.“ Die übrigen über die Philosophie Gabirol’s erschienen Abhandlungen von Stössel1) und Müller2) sind nur Re- Produktionen des Werkes von Munk. Ein zu Philadelphia erschienener starker Band von Myer, Gabirol and the Qaballa schöpft nur aus sekundären Quellen. Ein grosses, umfassendes Werk über Gabirols Philosophie ist von Guttmann erschienen. Es ist jedoch nicht, wie man nach dem Titel erwarten möchte, eine quellenmässige systematische Darstellung seiner Philosophie, sondern ein fortlaufendem Commentar zn den in der fons vitae enthaltenen Lehren, welche ihm in den Abschriften von zwei Pariser Mss. vorgel.gen haben. Schon oben ist auf das Vorhandensein eines Ms. des Fons vitae in Erfurt aufmerksam gemacht worden. S. 9 Anm. 1 ist die Signatur des Ms. in der Bibi. Mazarine mit dem Signum des Ms. des dem Gabirol zugeschriebenen de anima verwechselt worden. Der Verfasser weicht nur in wenigen Stellen von Munk ab, und so ist dem auf diesem Gebiete thätigen Forscherkreise ein grosser Dienst durch die Veröffentlichung erwiesen, da dieses Buch das Werk von Munk, welches vollständig vergriffen ist, ersetzt. Aber auch die Wissenschaft ist dadurch ,gefördert worden. Der Verf. hat die Beziehungen zwischen Gabirol einerseits und Wilhelm von Auvergne und Duns Scotus andererseits in ein klareres Licht gesetzt, als es bisher geschehen ist. Auch werden seine Quellennachweise im Plotin und der Theologie des Aristoteles, fast einer Paraphrase des Plotin, dem künftigen Herausgeber der lateini- J) Salomo ben Gabirol als Philosoph und Förderer der Kabbala. Lpz. 1881. 2) Iben Gebirol en sijne Godsleer. (Holländische Theologisch« Studien 1888).