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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1889-01-01 · 1 (1889) · p. Seite 266

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
16 (1889)
Issue
1 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 266 (sequence 270)
Language
German
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264 stände vortrefflicher, ernst wissenschaftlicher Studien gemacht werden. Bei dem eigenthümlichen Schicksale der philosophischen Werke Gabirols, von seinen Glaubensgenossen fast gänzlich vergessen, dagegen von christlichen Autoren in ausgiebigster Weise benutzt werden, werden sich mannigfache Resultate aus der Erforschung der Kirchenphilosophen ergeben. Gabirol wurde von diesen teils als gefahrdrohende Autorität grösstenteils hart bekämpft, wie von Albertus Magnus und Thomas v. Aquino, teils von freisinnigen Geistern, wie Duns Scotus, Giordano Bruno u. A. häufig anerkannt, und es steht zu erwarten, dass uns aus den Streitobjecten neue Aufschlüsse über die in Gabirols verlorenen Schriften enthaltenen Lehren gegeben werden. Welche Theologen des Mittelalters Gabirols Werk kennen, hat Munk, Melanges p. 291 ff. gezeigt. Ich fand in einem Erfurter Ms. des Fons vitae (Ms. Amplon. Fol. 331), auf welches mich Dr. Stein- Schneider aufmerksam gemacht hat und welches ich kopirt habe, auf der Innenseite des Deckels folgende Aeusserung: Ncta Bene: Liber iste, scilicet Avicebron in libro fontis vitae non est autenticus, magis enim iste über debet dici fons mortis quam fons vitae propter multas falsificates in ipso contentas ut aliqui solennes doctores dicunt. — Haec verba doctissimus Thomas de Areotina in secundo sententiarm distinctione tertia articuli primi.conclusionis. Es ist mir nicht gelungen, über diesen Thomas de Areotina etwas Näheres in Erfahrung zu bringen. Einen weiteren Fortschritt in der Aufhellung der Beziehungen Gabirols zu andren Philosophen macht Barach,י) Bibliotheca philosophorum mediae aetatis II., Alfredus Auglicus, de motu cordis. Hier ist in klarer WTeise der Einfluss gezeigt, welchen Gabirol auf diesen bisher fast unbekannten Autor geübt hat. Alfredus nennt zwar nicht Gabirols Namen, aber seine Schöpfungstheorie, ) Innsbruck 1878,

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