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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1889-01-01 · 1 (1889) · p. Seite 243

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
16 (1889)
Issue
1 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 243 (sequence 247)
Language
German
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241 sitte, in den Worten der Schrift alles zu finden, nur nicht das Einfache und Richtige. Er war der erste der Exegeten Italien’s, welcher für den sogenannten פשט eintrat. Und wenn er auch bei seinen Erklärungen sehr oft der alten Unsitte anheimfiel, so kann uns das nicht befremden. Erging es etwa Joseph Kara und andern Schrifterklärern besser, als sie sich Vornahmen, den פשט zu pflegen?1) Wie kam es aber, so fragen wir jetzt, dass gerade Benjamin für die einfache Schrifterklärung eintrat? Wie konnte in einem Zeitalter, wo alles für Allegorie und Mystik schwärmte, im Innern unseres Commentators das Gefühl und die Überzeugung rege werden, dass das riehtige exegetische Verfahren im פשט gipfelt? Wir glauben die Lösung dieser Frage mit Glidemann2) erstlich darin zu finden, dass er als berühmter Mathematiker3) des rationellen Denkens sich befleissigen musste. Zweitens aber, so scheint es uns, trug sein richtiges, methodologisches Gefühl wesentlich dazu bei, dass er bei seiner exegetischen Darstellung auf diese Art verfiel.4) Dass auch die Anregung Saadja’s, Easchi’s und Ihn Esra’s, deren Werke er fleissig studirte,5) bei dieser Frage fn Betracht kommt, wird gewiss von jedermann anerkannt werden. Um nun den Geist seiner Exegese, wie er uns in seinen Schriften entgegentritt, kennen zu lernen, wollen wir hier einiges hervorheben.6) I. Mit Recht erkannte Benjamin, dass die Schrift selbst das beste Mittel sei, dieselbe zu erklären. Die *) Cfr. Einstein a. a. 0. 39. ף L. c. 3) Vgl. 0. Absolm. IV. 4) S. w. diesen Abschnitt, wo über Benjamin’s Methodologie bezüglich des Unterrichtes in der Grammatik ausführlich gesprochen werden soll. 5) Vgl. 0. Abschn. HL und IV. 6) Das Übrige wird sich aus dem hebr. Theile der vorliegenden Arbeit ergeben. 18*

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