Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 246)
- Language
- German
- Belongs to
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240 am die damalige Exegese zu charakterisiren. Im An- Schluss daran wollte er dann seine eigene Erkl. geben, um den Unterschied zwischen פשט und מדרש stark hervortreten zu lassen. In diesem Falle leitet er seine Erläuterung durch 2ועיקר המלה הזאת נראה בעיני (1אבל בדעתי) oder schlechtweg durch 3דבר אחר) ein. Aber bei alledem, abgesehen davon, dass der Willkür Thür und Thor geöffnet wird, können wir die unabweisliehe Thatsache nicht verwischen, dass Benjamin, trotz der scharfen Worte, die er in der Einleitung gegen Midrasch und Allegorie anwendet, dennoch sehr oft sich deren zur Erklärung schwieriger Stellen bedient. Möglich ist es auch, wir wollen es wieder nur vermuthungsweise aussprechen, dass der Comm. zu Esra und Nehemia eine Jugendarbeit Benjamin’s ist4). Denn die Thatsache lässt sich einmal nicht bestreiten, dass dieser Comm. viel mehr auf Midrasch und Agada eingeht, als der Comm. zn den Sprüchen. Ausserdem bringt er, wie schon oben angeführt wurde, seine Erklärungen immer anonym, trotzdem nachgewiesen wurde, dass dieselben aus anderen Quellen stammen, wie beim Comm. zu den Proverbien. Jedenfalls müssen wir sagen, dass Benjamin einen hervorragonden Antheil daran hatte, dass Midrasch, Agada, Allegorie und Mystik in Italien immer mehr verdrängt wurden, und schliesslich die rationelle Exegese das Feld behauptete. Benjamin trat mit seiner ganzen Autorität5) für die nüchterne Schrifterklärung ein, gegen die damalige Un- *) Cfr. C. M. zu Esra 15,14. 2) In C. Mn. zu Spr. 30,6 (לעלוקה). 8) Kommt sehr oft im hehr. Theile vor. 4) Vgl. 0. Absehn. III (gegen Ende). 5) Dass Benjamin b. Jelmda in Born eine allgemein geachtete und anerkannte Persönlichkeit war, gellt ans dem Lobe Immanuels (cfr. Machabb. XII, 110 und Güdemann a. a. 0. 156) hervor.