Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 223)
- Language
- German
- Belongs to
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217 müssen wir sagen, dass im XIII. und XIV. Jahrh. in Italien auf exegetischem Gebiete überall tiefe Finsternis herrschte. Mystik und Allegorie führen das Wort und die scholastisch-aristolelische, oder besser gesagt, die sclxolastisch-platonische Philosophie gibt bei der Bibelerklärung den Ausschlag. Keiner der vorgeführten Männer ist im Stande der Allegorie Valet zu sagen und einfache sachliehe Erklärungen zu geben. Wenn auch manche den Weg dazu gezeigt haben, ja sogar denselben kurze Zeit hindurch verfolgten, so sind sie doch sehr bald von ihm abgewichen, weil sie kraft ihres streng-talmudischen Standpunktes dem Midrasch voll und ganz Glauben schenkten. Umso erstaunlicher ist’s, wenn sich doch ein Mann findet, welcher in dieser Periode der Allegorie und Mystik, der einfachen Exegese zum Rechte verhilft. Der Name dieses Mannes ist Benjamin ben Jehuda. Ihm und seiner Exegese sei unsere Arbeit gewidmet, in der wir■ versuchen wollen, in Gemässheit des vorhandenen Materials, sein Leben, seine Wirksamkeit und seine Commentare zu characterisiren. Speziellere Aufmerksamkeit werden wir seinem Connn. zu Esra und Nehemia zuwenden. I. Das Leben Benjamin b. Jehuda’s. Über den Lebensgang und die Lebensverhältnisse Beujamin’s ist sehr wenig bekannt1) und dieses Wenige ist auch nicht ganz zuverlässig. Er stammt aus der Familie der Anawim (Mansi, Piatelli, Umani), welche Jahr- *) Mit Benjamin beschäftigen sic 11: Steinschneider, hebr. Bibliograpliie 18, 106 ff.; Zunz, Analekten IV, 193 f.; Berliner, Pietät 11 f.; Güdemann a. a. 0. 156; Bacher, Un abrege de grammaire hebraique de Benjamin ben Juda de Rom etc. in Revue des Etudes Juives 1885 S. 123 ff.