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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1889-01-01 · 1 (1889) · p. Seite 211

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
16 (1889)
Issue
1 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 211 (sequence 215)
Language
German
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209 trug Ibn Esra, der einen grossen Theil seiner Commentare in Rom, Mantua und Lucca verfasste1), sehr viel dazu hei, dass die italienischen Juden für das Studium der Bibel und der Grammatik empfänglich gemacht wurden 2). So ging man endlich in Italien auch an die Erklärung der heiligen Schrift, studirte eifrig die Commentare des Ibn Esra, versah dieselben mit Randglossen und verfasste schliesslich auch Supercommentare 3), um den Schleier der in seinen Schriften oft vorkommenden Geheimnisse zu lüften. Rasclii’s und Ibn Esra’s Commentare wussten sich ein derartiges Ansehen zu verschaffen, dass sie auch später, als die italienischen Exegeten am Ende des XIII. und am Anfänge des XIV. Jahrhunderts erstanden waren, von der neuen Strömung, die gewaltig um sich griff, nicht völlig verdrängt werden konnten. Die um diese Zeit lebenden Exegeten Italiens gehörten der philosophisch — mystischen Richtung der Scholastiker an. Namentlich war es Maimonides4), der auf die Juden Italiens einen gewaltigen Einfluss ausübte. Fast kein Gebiet der Literatur konnte sich seinem überwältigenden Einflüsse entziehen. Wenn die Halachisten logische Anordnungen in den Werken des Maimonides fanden, die Philosophen seine Probleme entlehnten, so waren es doch zumeist die jüdischen Exegeten damaliger Zeit, und namentlich die Italiens, welche sich sklavenmässig an die Symbolisirung der biblischen Worte, wie wir sie in seinem ״More“ sehr häufig finden, hielten5). Dass schliesslich Rasclii c. ein halbes Jahrh. früher als Ibn Esra lebte, dürfte wohl auch in Betracht gezogen werden. ף Vgl. Graetz a. a. 0. S. 202 ff. 3) Cfr. Ibn Esra’s Safa berura, ed. Lipinann, S. 5. 3) Vgl. Steinschneider in Berliner’s Pietät Soferim S. 42 ff. 4) Ueber Maimonides vgl. die classische Ausführung in Graetz a. a. 0. S. 310ff. 5) Vgl. zu alledem Geiger’s jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben VII, 146 ff. 16*

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