Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2572068-2572100-2572101--3362-2575304- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
77 Dieb denen dienen soll, ״denen der Ersatz zugesprochen wird״. Josephus wäre dann mit sich selbst (Ant. XVI, 1, 1) und mit der heiligen Schrift, die den Verkauf des Diebes vorschreibt (Ex. 22, 2), im Widerspruch. Doch kann dieser Widerspruch gehoben werden, wenn man die Worte: dovlog savco tote •/■(XT.aär/.aoatiivoic, übersetzt: Er soll Sklave sein durch diejenigen, die ihn verurtheilen lassen, oder durch diejenigen, die ihn durch ihren Ausspruch (als Sklaven) erklären.10) Hier ist in jedem Falle eine Uebereinstimmung mit der Halacha. Denn einerseits ist es von dem Bestohlenen abhängig, ob der Dieb verkauft werde oder nicht (Vgl. Mechilta ed. Friedmann 89b), andererseits wieder muss der Verkauf wie die Verurtheilung zu diesem vom Gerichte ausgehen (נמכר בב״ר Mechilta 74 b; Maim. Hil. Geneba III, 11; Hil. Abadim I). Der Dieb, der zum Verkaufe verurtheilt wird, wird daher schon vor diesem durch das Gesetz Sklave genannt11) (Mechilta 75a: כי תקנה עבד עברי התורה קראתו עבד בעל ברחה Vgl. Hirsch zu Ex. 21, 2; S. 252). Dass der jüdische Sklave an einen Niehljuden nicht verkauft werden darf, wird auch Sifre (ed. Friedman 98 b) und Sifra (ed. Weiss 109 b) gelehrt (ומניין כשב״ד סוברים אותו אין מוכרים אותו אלא לך תלמור לומר בי ימבר לך אחיך). Aber auch die von Josephus angegebenen Gründe, dass ein Dieb an einen Nichtjuden wegen dessen abweichender Lebensweise und willkürlicher Behandlung nicht verkauft werden darf, finden sich in den halachischen Quellen. So wird Sifra 110b Lev. 26,1—2: ״Denn ich bin der Ewige Euer Gott. Meine Sabbate sollt Ihr hüten und mein Heiligthum ehr fürchten,“ auf denjenigen, der sich an einen Nichtjuden verkauft, bezogen, weil er leicht der Gefahr ausgesetzt ist, heidnische Sitten und Gebräuche anzunehmen (כנגד זה הנמכר לעכ״ום הכתוב מירב שלא יאמר הואיל ורבי עובד עבים אף אני אעבד בו׳), und an vielen Stellen jede Willkür gegen den Sklaven perhorrescirt. Nicht darf man ihm eine Arbeit auferlegen, die zu seinem