Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 15 (1888)
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 180)
- Language
- German
- Belongs to
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178 D- Hoffman«. dem Priester gegeben wurde, das man ihm später nicht zu geben verpflichtet wäre; in allen solchen Fällen wird das einmal Gegebene dem Priester nicht weggenommen, vgl. den folgenden Satz in Sifre Num. 4 und Sifrö Num. 6 Ende. Die geänderte Mischna des R. Akiba aber hatte die Wort אשר יכפר בו עליו in Num. V,8 zum Gegenstände. Diese scheinbar überflüssigen Worte deutete R. Akiba zuerst in dem Sinne, daß nur der Räuber selbst, welcher der Sühne bedarf, die Zahlung leisten und das Opfer bringen müsse, nicht aber dessen Erben, nachdem der Räuber bereits sein Verbrechen durch den Tod gesühnt hat. Nachdem R. Akiba aus Sifron kam, lehrte er, daß selbst in dem Falle, daß der Räuber bereits beim Leben seine Sühne dadurch begonnen hat, daß er das geraubte Geld den Priestern erstattete, (welches Geld doch nach Num. V,10 dem Priester verbleiben müsse), sind die Erben dennoch nicht verpflichtet durch Darbringung des Opfers den Sühne-Act zu vollenden, da nach dem Tode des Verbrechers jede Sühne unnöthig wird. Nur eine gewaltsame Emendation oder eine sehr gezwungene Deutung könnte die drei Recensioneu der Akiba'schen Mischna mit einander in Einklang bringen. Eine vernünftige Kritik muß annehmen, daß zur Zeit der Redaction der Halacha-Werke hierüber drei verschiedene Traditionen in Umlauf waren. Während aber unter den Schülern R. Akiba's, von denen die Redaction des Sifrs sutta, der Mischna und der Tosefta ausging, über die Qualität der Lehren R. Akiba's vollständige Uebereinstimmung herrschte und blos die Zeit, wann die Halachot ausgesprochen wurden, controvers war, hatte man in der Schule R. Jsmaels, wo unser Sifrs zu Num. entstand, den Midrasch R. Akiba's in anderer Weise vernommen und tradirt. Es mag eben dort eine andere von R. Akiba vernommene Lehre als diejenige mitgetheilt worden sein, die er nach seiner Rückkehr aus Sifron geändert.