Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 15 (1888)
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
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Ucber die Vocale und ihren Wandel im Hebräischen. 135 dunkleren Ansprache vor Augen hatte, woher es ganz füglich kommen konnte, daß man, um nur nicht die Zeichen zu vermehren, auch beim langen e, wo es hell auszusprechen war, das anwandte, ohne daß dadurch der allgemeinen Geltung des als kurzen Voeals Abbruch gethan würde. Es scheint mir demnach man könne immer sagen, daß jene alte Eintheilung einer wirklichen Thatsache entspreche, so daß immer schwer sein dürfte, sich von ihr zu entfernen. Aber sie erscheint mir auch deshalb wichtig, weil wenn man von ihr im Einklänge nur mit noch wenigen ganz naturgemäßen Regeln in der Sprache ausgehet, sich alsdann auch wenigstens die meisten Wandel der Vocale wie von selbst, als eine Nothwendigkeit nämlich in der Sprache, erklären. So erscheint es mir z. B. bei der besonderen Flüchtigkeit der Halbvocale ganz natürlich, daß zwei derselben neben einander nicht stehen können, woher auch jenes nothwendige und folglich unabänderliche Gesetz entsteht, daß immer, wo nur zwei derselben zusammentreffen sollten, sich der erste in einen kurzen Vocal verändern muß. Dieser ist zunächst חירק, kann aber auch je nach den Fällen ein anderer Vocal sein, z. B. ל?ךי von ל und וץ_ני ,פרי von ו und ז$ני Es ist ferner bekannt, daß die hebräische Sprache nur einen Vocal vor dem Accente zu haben wünscht, in Folge dessen bei Fortrückung des Accentes in einem zweisilbigen letztbetonten Worte der vorletzte Vokal sich immer wo nur möglich in einen Halbvocal verdünnt, so daß man z. B. von לברים :רבר sagt, aber eben so müßte man ganz consequent von ךקדיכם :ךברים sagen, für welches auch in der Thal nach der vorigen Regel דבריכם steht. Ich wüßte mir nicht einen Grund für die Priorität der kurzen Vocale zu denken, aber jetzt jedenfalls haben wir vor uns nur חץ וזק und ähnliche, bei welchen sich die langen Vocale ganz vollkommen ihrer Natur gemäß finden. Sobald nun aber diese bei Fortrückung des Accentes in einer unbetonten offenen Silbe zu stehen kämen, so erfolgt ein Wandel derselben in einen