Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 15 (1888)
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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96 A. Epstein. wurden, lenkten Prediger die meiste Aufmerksamkeit der jüdischen auf sich. Sie verarbeiteten sie in ihren polemischen Homilien nach ihrer Art und suchten dieselben dadurch unschädlich zu machen. Derartige Auslegungen, wenn sie auch im Grunde gegen das Christenthum gerichtet sind, scheinen doch auf den ersten Blick christlich gefärbt zu sein, eben weil sie sich dem Zeitgeiste anpaßten. Solche Auslegungen haben wir bereits kennen gelernt (IV. 1. 2.), und giebt es deren noch mehr in der Midrasch-Literatur. Derartige Stellen in der rabbinischen Literatur, welche auf christliche Ideen anspielen, verursachten im Mittelalter den Juden viel Unheil. Bei den damals üblichen Disputen boten sie Angriffspuncte gegen die Juden; daher wurden sie aus Codices in christlichen Ländern fast durchwegs gestrichen, und zu neuen Productionen nicht mehr verwendet. In weniger verbreiteten Werken, und in mohamedanischen Provinzen erhielten sie sich und wurden dort weiter verarbeitet. Aus weniger verbreiteten und im Oriente entstandenen Werken, wurden christlich gefärbte Stellen in den Bereschit-inajor vielfach ausgenommen. Durch diesen Umstand wurde er den Juden genant, wie dies der kugio am besten bezeugt. Daher verschwindet der Ber.-ma.j0r gleich nach seinem Auftreten, aus dem christlichen Europa'). Dagegen treffen wir ihn als Rabbarabbati bei Jehuda Gedalja in Sälonichi, und das Oxforder Fragment des Rabba d'Rabba wurde in Konstantinopel aufgefunden. Auch unser Bereschit-rabbati scheint nach einem im Oriente geschriebenen Ms. angefertigt zu sein, rvie wir gleich sehen werden. 4. Mohamedanisch beeinflußte Quellen. Ara bismen. Begegnet man in späteren jüdischen Werken נ) Ich glaube, daß die Gelehrten, welche mit Hieronymus de Sancta fide in Tortosa 1413 disputirtcn, den Rabba rabbati nicht kannten. Hieronymus kannte denselben gewiß nicht; denn Alles, was er aus ihm bringt, ist dem Pugio entnommen. Wenn er den Bereschit-rabbati vor sich gehabt hätte, so hätte er aus demselben gewiß noch anderes Material geschöpft, welches im Pugio nicht vorkommt. — lieber die hebräisch verfaßte Schrift des Hieronymus werde ich ein anderes Mal referiren.