Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 15 (1888)
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2572068-2572102-2572103--3160-2575102- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
92 A. Epstein. und Combinirens gelangten wir zu dem Schluß, daß es einen großartig angelegten Midrasch gegeben hat, welcher Martini als Ber. major, und Jehuda Gedalja als Rabba-rabbati vorlag. Zur Zeit Martini's schrieb man diesen Midrasch Moses ha- Darschan zu. Ihm vindicirten die neueren Krittler auch unseren Bereschit-rabbati. Dies geschah wol aus dem Grunde, weil diese Midraschim Vieles bringen, was an M. Ha-Darschan erinnert. Aehnlich trug es sich mit dem Num. r. zu. Man bemerkte in demselben Einiges, was anderswo im Namen des Moses Ha-Darschan angeführt wird, und man schloß daraus, Num. r. sei von M. Ha-Darschan verfaßt (s. Beiträge S. 74). Aber dem ist nicht so. Durch häufige Anftihrungen des M. Ha-Darschan, namentlich durch RaschiJ), sind wir im Stande, uns einen Begriff von der Anlage und dem Inhalte dieses יסוד genannten Werkes, zu machen. Es war kein planmäßig angelegtes Werk, sondern bestand aus Aufzeichnungen und zerstreuten Bemerkungen. Es enthielt Sach- und Worterklärungen, erweiterte und combinirte homelitische Auslegungen, wobei die verschiedensten, auch fremde Quellen benützt wurden, Gematrias und auf Zahlengleichheit beruhende Erläuterungen. Der יסוד war gleichsam das Notizbuch des M. Ha-Darschan. Daher führt dieses Werk keinen eigentlichen Namen; neben יסד nennt Raschi dasselbe bald טעמים (Job 37, 1), bald דברים (Gen. 35, 8. 48, 7. Num. 8, 7. 11, 20. Prov. 5, 19. 26, 10). Einmal sagt Raschi: כך דרש רמ״ה (Jos. 5,9).1) Andere Autoren nennen es bald אגרתא (©ob. Breslau, s. Monatsschrift 1864 S. 221), bald ספר (I. Tanchuma Hasinu 7). Bei seinen Worterklärungen zog Moses Ha-Darschan das Arabische (Raschi Psalmen 45, 2. 68, 17. Prov. 5, 19), das Persische (Raschi Deut. 2l, 14) und das Aramäische (Raschi Deut. 32, 24. Pf. 60, 4) heran. Auch auf grammatikalische Erörterungen ließ er sich in seinem יסור ein (Raschi Num. 32, 24). In diesen Eigenschaften ist Bereschit-rabbati sowol als ') Auch Midrasch Tadsche giebt uns darüber Aufschluß, da er wol nichts anderes ist als ein Fragment des iw׳ des M. Ha-Darschan, s. Einleitung zu Midrasch Tadsche in meinem genannten Werke. *) In verschiedenen Handschriften aber heißt es dort: ,ר׳ יהודה הדרש (Br.)