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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1888-01-01 · 1 (1888) · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
15 (1888)
Issue
1 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 38 (sequence 40)
Language
German
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38 Julius Fürst. Beleuchtung. Besonders wie gesagt, boten die römischen Staats- und Gesellschaftsverhältnisse Anlaß zu Vergleichungen. Das ganze römische und griechische Leben wird zur Vergleichung benutzt. So in der zuerst angeführten Vergleichung, wenn einer zwei Prunktische anschafft, schaffe er für sich den schöneren an. Das Wort ״Prunktische" ist mit Siaxäqtv ausgedrückt; gewhnlich wird es übersetzt: wenn Jemand zwei Schüsseln anschafft, schafft er die schönere für sich an. Bei dieser Erklärung von diaxäqiv hat man übersehen, daß hier auf die Sitte der reichen Römer angespielt wird, in einfüßigen oder dreifüßigen Tischen von Elfenbein mit einer Platte, rund aus dem Umfang des Stammes der &vtu, thuia cypressoides in Mauretanien großen Luxus zu treiben; solche Platte hieß ordis, griech. Kvxlos, diaxog oder öioxaQiv. SieheForbiger, Hellas und Rom I., 217. DioCass. 61,10. Aus diesem Beispiele ist ersichtlich, daß mit der Darstellung der Sitten und gesellschaftlichen Verhältnisse des römischen Reiches, die meist zur Vergleichung dienen; auch die dafür entsprechenden fremden Bezeichnungen in die Aggada ausgenommen wurden, und zwar, da die Aggadawerke meist im Orient abgefaßt wurden, in der dort herrschenden Staatssprache, welche auch die Sprache der höheren Gesellschaft war, griechische Bezeichnungen. Nun ist aber die Sprache ein flüssiges Element; die Bedeutung, die ein Wort von Anfang hat, verliert es oft, bekommt eine prägnante Bedeutung neben der ursprünglichen. So heißt atqatriyög (אסטרטיגום) wohl ursprünglich Feldherr. Aber auf römische Verhältnisse angewandt bedeutete es, wie ursprünglich prastor die oberste Würde in Rom, welche die bürgerliche und militärische Obergewalt besaß, und wofür später der Name Consul gebraucht ward. Nachdem aber neben den obersten Praetoren (Praetores maximi, [fftQanjyol] matoi), welche auch ferner den Oberbefehl der Heere hatten, eine andre Magistratur geschaffen ward, welche vorzugsweise richterliche Functionen hatte, wurden diese Inhaber dieser neuen Magistratur ebenfalls Prastorss, atqatrjYol genannt, nur daß die ersteren, welchen jetzt die richterlichen Geschäfte waren abgenommen worden, gemäß ihrer Rangordnung, den Titel prastorss Maxim!» daher [arQamjyoi] vna.%01

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