Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 14 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 128)
- Language
- German
- Belongs to
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96 E- Lolli. Hebräischen ist die große Leichtigkeit und die bewundernswerthe Regelmäßigkeit, mit welcher sich im Allgemeinen die Vocale verändern, je nachdem der Sinn oder die Stellung es erfordern. Eben diese so wesentliche Eigenthümlichkeit scheint man in den bisherigen Grammatiken fast gänzlich unbeachtet zu lassen, so daß in denselben als höchste Begründung zu solchen Aenderungen nur das Zurückkehren des Wortes zu seinem früheren Zustande gilt. Wenn man z. B. von דבר, von בן und von דבר: ביל; (S. 40),בך (S. 78),כל־ und בלם (S. 43) sagt, so scheint es hiernach, als wenn nicht die letzten, sondern die ersten die abgeleiteten Wörter wären; denn sind die kurzen Vocale die ursprünglichen, so kehrt die Sprache, sie nun annchmend, zu ihrem früheren Zustande wieder zurück. Ich gestehe, daß ich mir eigentlich keinen Begriff von dieser Priorität kurzer Vocale machen kann. Es will mich bedünken, daß die dem Sinne nach getrennten Wörter immer länger, d. h. mit längern Vocalen, ausgesprochen werden mußten, und daß, sobald nur die Vocalzeichen eingeführt wurden, auch dieser Unterschied ebensobald seine Bezeichnung fand. Aber wie dem auch wäre, bleibt es doch immer gewiß, daß wir beim jetzigen Zustande der Sprache nur בן, דבר und כל vor uns haben, und daß die Gründe zu ihrer Verkürzung sich uns in der Sprache zu deutlich vorstellen, als daß es nur denkbar wäre, man hätte dies nur durch die Erinnerung an einen früheren Zustand derselben erreichen können. Ebenso, um ein anderes Beispiel vorzuführen, wenn man aus צדק und ישן die Namen צדקה und ישנה machte, so sind diese Ableitungen ganz analog den Gesetzen des Hebräischen, und es liegt gar zu fern, diesen Lautwandel aus einer Sprache herzuleiten, die nicht einmal einen solchen Schritt hätte von sich selbst thun können, um so weniger, da das Scevä der ersten (S. 78) und das Zere der zweiten (S. 41) dieser Namen nur directe Ableitungen der entsprechenden Vocale in sadakat und sinat sein sollten! Sogar das Hirek von ךןטל (S. 116), das ja so augenscheinlich für יקטל steht mit dem ersten Schewä in Hirek verwandelt, wegen der Uuzulässigkeit der zwei Scevä, ferner jenes von דברי (S. 235),