Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 14 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Nathan Hoffmann. Weil also nur eine einmalige Kinderzeugung erlaubt war, dieser Sohn aber als der Sohn des verstorbenen Bruders betrachtet worden wäre, deshalb wollte Onan dem Bruder diesen Liebesdienst, von dem er sich gar keinen Vortheil versprechen konnte, nicht erweisen. Daher kam es auch, daß Thamar Alles daran setzte, von der Leviratspflicht, die ihr einen ewigen Wittwenstand aufzulegen drohte, befreit zu werden; denn nach der Geburt eines Sohnes, der den Namen des Verstorbenen fortpflanzte, konnte sie wieder über sich verfügen. Daher auch der Zusatz: ולא יסף עוד לרעתה, Juda durfte ihr, da einmal der Leviratspflicht Genüge gethan, nicht ferner beiwohnen, denn dieses wäre Blutschande gewesen. Aus dem Gesagten erklärt sich auch, warum die Chronik 16), welche die Urgeschichte des Stammes Juda erzählt, sowohl den Tod des Onan, als auch den Umstand, daß die Zeugung des Perez und Serach die Folgen der Leviratsehe gewesen waren, mit Süllschweigen übergeht, dieses geschah nicht, wie Geiger 1r) annimmt, weil die Leviratsehe überhaupt zur damaligen Zeit schon außer Gebrauch war, sondern weil die Art der judaischen Leviratsehe durch das Deuteronomium aufgehoben war. Das deuteronomische Leviratsgesetz. Gegen diesen bisher üblichen Gebrauch wendet sich nun das Deuteronomium, indem es der Leviratsehe die ganze Heiligkeit und Weihe der gewöhnlichen Ehe zu geben beabsichtigt, und verordnet: ״Wenn zwei Leute zusammen wohnen und Einer von ihnen stirbt und hat keinen Sohn, so soll die Frau des Verstorbenen (selbst nach Zeugung eines Sohnes durch den Levir) nicht sein nach außen einem fremden Manne, sondern יבמה יבא עליה (analog dem בא אל אשת אחיך Genesis 38. 8.) der Jabam soll zu ihr kommen, ולקחה לו לאשת er soll sie aber zu seiner wirklichen Frau machen." — Die mit der Brudersfrau eingegangene Ehe soll eine dauernde sein. Der Akt der Jibbum soll nur darin bestehen, daß der aus dieser Ehe gezeugte Erst-