Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 14 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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19 zweiten Theile meines Werkes (S. 245) geschrieben habe: ״Die Targum-Handschriften, welche wir für dieses Werk zur Vergleichung eingesehen, oft auch näher geprüft haben, betragen 120 an der Zahl. So haben wir in der Derossiana allein an 40 solcher Handschriften zu Rathe ziehen können; außerdem eine Auswahl derselben in den Bibliotheken zu Roin, Florenz, Bologna, Mailand, Venedig, Paris, London, Oxford, Nürnberg, Leipzig und Berlin. Diese Handschriften näher zu beschreiben, würde ein ganzes Buch ausmachen. Wir können dies um so mehr unterlassen, da uns die Durchforschung aller dieser Handschriften zur vollsten Ueberzeugung geführt hat, daß sie fast alle, eine mehr oder minder geänderte Vorlage bieten. Mißverständliche Correctur und Conjectur wie Verkennung der sprachlichen und exegetischen Eigenthümlichkeiten des targumischen Aramäismus haben im Laufe der Jahrhunderte überreichlich das Ihrige dazu beigetragen, daß der Text häufig bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden ist. Man kann behaupten, daß das Kriterium für eine geänderte Lesart darin bestehe, daß man die Schwierigkeiten, welche sie in ihrer vom hebräischen Texte abweichenden ursprünglichen Fassung geboten, beseitigt und sie dem Texte angepaßt hat. Darum beruft man sich so gern und so oft auf ältere Lesarten, welche im ersten Augenblicke viel-einleuchtender fir>s wer aber das Wesen des Targums ganz erfaßt und mit seinen Sprachgesetzen sich vertraut gemacht hat, wird bei näherer Prüfung nicht diese geänderte, sondern die schwierige Lesart als die ursprüngliche erkennen und sie zu erklären wissen. Man wird daher nicht mehr in dem Reichthum an Varianten für einzelne Stellen die Quelle für die Aufklärung mancher Schwierigkeiten erblicken. Hütten wir alle die variirenden Lesarten ausgenommen, welche die Handschriften bieten, so würde wohl dieses Werk einen viel größeren Umfang, unsere eigene Erkenntniß aber uur wenig gewonnen haben. Wir haben daher in den Noten (oben S. 1—60) meistens nur solche Lesarten angeführt, welche gewissermaßen ein negatives Resultat ergeben, nämlich zeigen, wie die Aenderungen 2*