Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 14 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2572068-2572092-2572093--2839-2574781- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
30 David Kaufmann. bereits einmal ZDMG. 37, 232 f. hingewiesen habe, hier den Terminus der nestorianischen Dogmatik: Akanim eingeführt hat, zeigen die Worte des Elia von Nisibis p. 1 am Klarsten, die zugleich den Bericht Saadja's verdeutlichen: ״Alle Christen sind darüber einerlei Ansicht, daß Gott weise ist und die Quelle der Weisheit; daß er lebendig ist und der Urgrund des Lebens, der Schöpfer alles Lebenden; daß die Weisheit und das Leben zwei Attribute Gottes sind, die keiner außer ihm besitzt. Deßwegen sagen die Christen auch, daß er ein Dreieiniger ist (Wortlich: daß er ist drei Akanim (n^nawna), d. h. drei wesentliche Attribute besitzt, nämlich die Essenz, die Weisheit, welche ist sein Wort, und das Leben; er ist aber eine einzige Substanz, ein einiger Gott, ein einiger Herr, außer dem kein Gott ist. Und es kommt auf dasselbe heraus, wenn die Christen einerseits von drei Akanim reden, andererseits aussagen, der Allerhöchste sei Gott, weise und lebendig . . . Auch ist die Essenz Gottes ein anderes als seine Weisheit und sein Leben; seine Weisheit ein anderes als seine Essenz und sein Leben; sein Leben ein anderes als seine Essenz und Weisheit." Zur Beleuchtung von Saadja's Poleinik dient eine weitere Aeußerung Elia's, die mit einer gegen die Einwürfe der Araber gekehrten Spitze den Grund für die Wahl gerade dieser Attribute angiebt (p. 3): ״Was die drei AkLului betrifft, so haben wir bereits gesagt, daß, nach der Anschauung der Christen, drei Attribute gemeint sind, keine Personen. Wenn inan aber einwendet: warum begnügen sie sich mit diesen Dreien, mit Ausschluß aller andern? — so antworten wir: weil sie zum Wesen des Schöpfers gehörende Attribute sind, an denen durchaus keiner außer ihm Theil hat. Alles sonstige besteht aus adjectivischen Bestimmungen, welche meistens eine Handlung mcsdrücken und von Zeitwörtern abgeleitet sind, z. B. al-cliäliq (der Schöpfer) . . . abgeleitet von dem Zeitwort chalaqa . . . Diese Namen und die anderen ähnlichen sind also alle von den Zeit- Wörtern abgeleitet, und können sich sowohl auf den Schöpfer wie auf die Geschaffenen, Ernährten, Barmherzigkeit Erfahrenden