Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 14 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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M. Jastrow. 2# verhältnißmäßig späten Zeit finden wir, daß man der Sprache/׳ Auftnerksamkeit schenkt und die Affectation im Gebrauche moder»' ner oder modernisirter Ausdrücke statt der volksthümlichen chaldäischen oder dervon den Gelehrten gebrauchten tadelhaft findet. (Kid-.: 70a). ״In Babylonien (Persien) muß man Hebräische oder Persisch sprechen", bemerkt R. jJosö vier Generationen nach; der Redaktion der Mischnah. (Sotah l. c.). * Solche und ähnliche Bemerkungen über Sprachen weisen zur Genüge darauf hin, daß die Gelehrten des Talmud keines- Weges die barbarischen Sprachmenger gewesen sein konnten, für die sie gewöhnlich gehalten werden. Ueberhaupt gehen Gedanke und Ausdruck in jedem Volke Hand in Hand, und die Fortentwicklung des einen bedingt auch die Fortentwickelung des andern. Dieses Gesetze muß auch auf die talmudische Littexatur Anwendung finden. Der originelle Gedanke schafft sich einen originellen, d. h. heimischeDAtUdruck; der entlehnte Gedanke oder Begriff wird in der RegM.PKk seinem vaterländischen Ausdruck begleitet. Es ist daher natürlich, daß mit der Erweiterung der An-,׳ schauungen auch die Sprache nach erweiterten Formen ringt ׳ und: nach bestimmten inhärirenden).Gesetzen sich entwickelt. Nur Misch- Völker, wie die Syrer, sprechen und schreiben in einer Mischspräche, und selbst dann noch sind bestimmte Gesetze nicht zu verkennen. Das jüdische Volk aber in der talmudischen Zeit war noch zu stark von nationalen! Geiste erHstt, um seinen Sprachsinn so ganz aufzugeben und in linguistisches,Barbarismus zu versinken. Nach diesen allgemeinen Vorausschickungen mögen hier an. einigen Beispielen talmudischer Wortbildung die Methode Plnstriert werden, welche für die etymologische Erforschung des talmudischen , (und auch targumischen und midraschischen) Sprachschatzes an-. gewendet werden müßte, um für denselben fortan in der mo- 5־ deinen Philosophie einen würdigen Platz in Anspruch nehmen, zu können. r