Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 222)
- Language
- German
- Belongs to
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- Helbo 1× ep/1004843
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220 R. Josef Kara. seiner vorzüglichen Leistungen in Erforschung und Erklärung der heiligen Schrift erworben.') Nachdem R. Simon Kara sich durch die Zusammenstellung und Anlegung des Midraschwerkes Jalkut bekannt gemacht hatte, war es nur natürlich, daß er den Beinamen eines Agadisten und Kenners der Agada (הדרשן) erhielt, man vergaß, daß R. Simon zuvor den Beinamen Kara geführt hatte, obgleich R. Simon Kara nicht vergessen war, und so kam es, daß allmählich zwei verschiedene R. Simon — unterschieden durch die Beinamen קרא und הדרשן — aus einem Manne entstanden. Vielleicht erhielt R. Simon Kara den Beinamen הדרשן lang nach seinem Tode und zu einer Zeit, wo sich der Person des Sammlers des Jalkut schon die Volkssage bemächtigt hattet) Erwähnt sei hier noch der Gedanke, den Namen Kara mit einer Stadt קרא(?) in Verbindung zu bringen,b) weil in Cod. Hamburg N. 52 ein ר׳ יצחק מקרא erwähnt ist. Ueber die Familienverhältnisse des R. Simon und R. Josef Kara ist weiter nichts bekannt. Daß R. Isaak Kara, dessen einfache Schriftauslegung aus der Raschi-Raschbam-Handschrift der Seminarbibliothek * * * 4 5) erhellt, ein Sohn des R. Josef Kara war"), ist nicht ausgemacht. י) R. Menachem Kara wäre dann entweder vermöge einer gewissermaßen durch rückwirkende Kraft erzeugten Uebertragung des Familiennamens zu erklären oder es wäre anzunehmen, daß Josef Kara seinem Lehrer und Oheim durch Beilegung des Ehrennamens קרא seine Verehrung bezeugen wollte. — Geiger (Parschandatha S. 11) meint, Menachem bar Chelbo sei ein קרא, d. h. ein Schriftvorleser gewesen. — Jedenfalls ist dieser einmal vorkommende Menachem Kara eine auffallende, beachtenswerthe Erscheinung. -) Vgl. Zunz G. V. S. 300. 8) Vgl. Dukes in Zion II. S. 102 Note. 4) Ueber diese Handschrift vgl. Rosin's treffliche Arbeit ״R. Samuel b. Me'tr als Schrifterklärer" Breslau 1880 S. 24 ff. Zu R. Isaak Kara's Schrifterkärung vgl. Frankel's Monatsschr 1864 S- 219 u. 1865 S. 384 ff. Berliner, Pletat soferim (hebr.) S- 25. 5) So Berliner, Plet. Soft, (deutsch) S. 27. R. Isaak Kara ist wohl identisch mit dem ר' ׳!!«ק «קרא im Cod. 52 Hamburg, (s. o. S. 41.) Vielleicht ist קריא» oder קרא» als Piel von קרא zu lesen.