Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 205)
- Language
- German
- Belongs to
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Rezension. 203 geschichtlich bedeutungsvollsten Zeiten und Männer; 2) einige Urkunden und 3) eine bereits anderweitig veröffentlichte Sammlung von Grabschristen. Hierzu sind außer gedruckten Quellen auch bisher ungedruckte Notizen, Urkunden und Zinsregister im Archive zu Erfurt zur Benutzung gelangt. Das mitgetheilte Material hat besondere geschichtliche Bedeutung, die in einer größeren, umfassenderen Arbeit erst recht hervortreten würde. Was die jüdischen Quellen betrifft, so mögen hier einige Ergänzungen resp. Berichtigungen folgen. In der Sachsen-Chronik v. I. 1368 wird die Stadt Erfurt mit ״Werde" benannt; vielleicht ist es das einzige Mal, daß diese Bezeichnung vorkommt. Aber in dem Ritualwerke des aus Sachsen stammenden S i m s o n, mit dem Beinamen ברוך שאסר (Gegen 1376 in Prag blühend), lesen wir ein wörtliches Citat des Abraham Chasan, welcher etwa 1330 schrieb und hierbei sich als aus הייפארט stammeud bezeichnet. Nach den Regeln der jüdischen Orthographie, die übrigens damals das ע als Ausdruck für E noch nicht gebrauchte und das vorangestellte ה vielleicht mit Rücksicht auf die beiden ,lock als sonstige Abbreviatur für den Gottesnamen hinzufügte, ist die Schreibung von dem nachgewiesenen Eff er de etwas verschieden, doch ist die Identität zweifellos. Wir hätten somit jetzt zwei Belege aus dem 14. Jahrhundert für das Vorkommen eines anderen, allerdings im Klange nahekoimnenden Namens für Erfurt. Ein anderer Beitrag läßt sich aus einem Sendschreiben gewinnen, welches dem Anfang des 15. Jahrhunderts angehört und von dem Rabbiner Lipman Mühlhausen, dem bekannten Verfasser des ספר גצחון an alle jüdische Gemeinden Deutschlands gerichtet ist. Der interessante Brief ist von mir aus einer Handschrift in der hebr. Zeitschrift Libanon, Jahrgang VI., S. 278 ff. veröffentlicht worden. Aus demselben geht hervor, daß Lipman Mühlhausen damals als Rabbiner in Erfurt fungirte und ihm als Collegen die Gelehrten Abraham, Friede! und Mose b. Zadok zur Seite standen. Ferner geht aus dem Rundschreiben hervor, daß man zur Zeit und noch früher in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands die שופרות