Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprüche Salomo's. 91 Alexandrien verwechselt, muß es נא als Nomen proprium der Stadt und אמון als Attribut oder Adjektivum aufgefaßt haben: das gefestigte, oder herrliche No. Daß No-Amon mit Alexandrien identisch sei, ist schon Hieronymus von seinen hebräischen Lehrern gelehrt worden, der es deshalb xopnlosa ^lexanckria (אמון von אומה) übersetzte. — Was dagegen die Erklärung, Amon könne auch der Verborgene bedeuten, betrifft, so dürfte hier die ägyprische Bedeutung jenes Wortes hineinscheinen. Das Egyptische wurde ja nicht selten zur Erklärung schwieriger Wortformen heraugezogen (vgl. Jalk. zu II. M. 20, 2). Im Aegyptischen bedeutet amen wörtlich ״verborgen sein" (vgl. Brugsch, Wörterb.) und amön ״der Unsichtbare", ״Verborgene" js. Plutarch, ele Osir. c. 9; Bunsen, das alte Aegypten I. S. 437 u. 561; Ebers in Riehms bibl. Handwb.), daher wohl die Deutungen אמון מוצנע ,אמון ממומה (weniger, wahrscheinlich scheint uns, diese Deutung habe אמון mit עממ 1*c ״verdecken", ״verhüllen" verwechselt). Dem Hinweise auf das Wort אומן in Esther für die Bedeutung des Wortes אמן im Sinne von ״verbergen" liegt eine Haggada (Megilla 12 b; Targum scheni z. St.) zu Grunde, die dasselbe in diesem Sinne anslegt. Ist nun das Sprachliche dieses räthselhaften Midrasch klar, so ist nur noch Einiges über den gedanklichen Inhalt desselben zu bemerken In den verschiedenen Auslegungen, die R. Hoschia unserem Verse, der die Personification der Weisheit mehr als alle anderen ähnlichen(!, 20; III, 19,20; Jj. 28, 20,27) ausspricht, gegeben, ist irgend ein Bestreben diese scheinbar selbstständige Persönlichkeit der Weisheit attributiv auf die Gottheit znrückzuführen, nicht zu erkennen — sind ja auch sonst die Eigenschaften Gottes bei den Rabbinen stark hypostasirt (s. Joel, Blicke indie Religionsgesch. S. l 14ff.); — und wenn die Auslegung die הממה mit der תורה identificirt, so sagt dieses nur, daß wie diese, so auch jene, etwas Gegebenes, Zeitanfängliches, nicht Ewiges sei; allein die Stellung jener als demiilrgische Macht negirt diese Auslegung nicht, wie ja auch das Targum Anfang Bereschit, sowie die weitere bildliche Ausführung des Midrasch ihr diese Stellung beläßt.