Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Hermann Deutsch. so mußten viele aitbere Stellen, in welchen das haggadische Interesse das schrifterklärende überwag * * 3), von der Untersuchung in diesem Theile, in welchem blos die rein exegetischen Erklärungen gegeben werden sollen, ausgeschlossen bleiben. Wir haben diesen Gesichtspunkt auch da im Auge behalten, wo wir ihn zu verlassen scheinen. Wenn wir, wie in Kap. 30, 17, eine Haggada erwähnen, in der ein Wort mit dem ,ד Kehlbuchstaben wie ein gleiches mit n gedeutet wird, so geschah dieses in der aus der Form des Allsspruchs und dem Zusammenhange geschöpften begründeten Annahme, daß die Vertauschung aus abweichender etymologischer Auffassung des betreffenden Wortes, nicht blos zum Zwecke haggadischer Verwerthung geschehen fei4). — Unerwähnt gelassen sind außerhedrin 38 a) auf die sieben Schöpfungstage zurückblicken lassen, was einen ebenso passenden Sinn gibt, wie wenn spätere Ausleger unter den ״sieben Säulen" die Siebenzahl der Erweisungen des Gottesbegrisfs, die in Jesaia 11, 2 namhaft gemacht sind, verstehen. 3) Unter dieser Kategorie verstehen wir Erklärungen wie e. II, 11: ״ .מזמוז תשמר עליךVor Unzucht (מזימה מומה) bewahrt sie, die Weisheit, Dich" (Aboda Sara 17 b), eine Erklärung die in unfern Text nicht gut paßt, wiewohl sie זמוז in der Bedeutung faßt, die bei diesem Worte ja unleugbar die herrschende ist. Auch o. V, 2 :לשמור מזמות wird von einigen Auslegern (s. M'iri das.) in diesem Sinne aufgefaßt, wie denn auch Graec. Venet. c. XIV, 17 זמה dementsprechend (ßdsXuyfu'a) übersetzt; vgl. noch o. XXl, 27 u. Delitzsch zu o. X, 23. — Ferner gehören dahin Erklärungen wie 6. III, 26: ״ כי ה׳ יהיה בכסלךGott wird mit dir sein in deinen thörichren Handlungen" (Jer. Peah I, 1), wo כסלך im Sinne von כסל Kohelet 7, 25 aufgefaßt worden; ebenso c. VI, 10: ״ מעט חבוק ידיםein wenig Hände-Umschlingung" in euphemistischem Sinne, wie amplexus (Midrasch), und ähnliche mehr. 4) Wir können hier nicht eine Bemerkung unterdrücken. Die beiden Kehlkopfspiranten ה und ה werden allerdings von den Rabbinen oft mit einander vertauscht (Berachot 36; Peßachim 89; Erubin 54; Sabbat 32; Jer. Chagiga II, 1, Megilla I, 11; Menachot 110; Sanhedr. 108; Jalkut zu Hhl. 7, 3); allein eine עיר פרוצה אין הומה ist diese Verwechselung, wie die der Kehlbuchstaben überhaupt, nicht gewesen. Von der Aussprache des ה׳ wird ausdrücklich überliefert, daß sie bei ruhiger Lage von Zunge und Lippen durch mäßiges Hervorstoßen des Luftstromcs zu geschehen hat (Schocher tob o. 62: ה׳ כשאדם מוציאה מתוך פיו אין בה לא ריהוש