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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1886-01-01 · 1 (1886) · p. Seite 60

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
13 (1886)
Issue
1 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 60 (sequence 62)
Language
German
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60 Zur geschichtlichen Literatur. (S. 29) zu bemerken, daß seine Novellen und Erläuterungen zum Tur handschriftlich bei seinem Neffen und Schüler Schimschon Bacherach vorhanden waren und sich noch jetzt in der Oppenheimerffchen Sammlung in Oxford befinden. — Die Richtung, welche R. Sabbatai Hurwitz nach dem Vorbilde seines Vaters anstrebte, findet ihre richtige Beurtheilung (S. 32), daß sie wol kabbalistischer Natur war, doch aber zugleich den Nachdruck auf das ethische Moment und das Gemüthsleben legte, das ganze religiöse Leben erfrischend an hauchte und neue Wege ebnete, auf beiten die Quellen tief menschlicher Empfindung mit der religiösen Uebung sich begegneten. Referent hat beim Lesen der aus den Schriften Sabbatais hiefür ausgewählten Stellen sein geistiges Auge von dem heutigen jüdischen Frankfurt nicht abwenden können, wo man — im Gegensatz zu manchen anderen Kreisen — noch immer freudig die hohe Aufgabe erfüllt, mit Verständniß und mit Empfindung zugleich jüdische Lehre und jüdisches Leben zu pflegen und zu fördern, sie davor zu bewahren, daß sie nicht ztim tödtendeu Gewohnheitsdienst herabsinken. — Bei der Darstellung des Maharam Schiff, eines gebornen Frankfurter, führt Verfasser den Nachweis, wie derselbe noch erfolgreicher als die Hurwitz, Vater und Sohn, in der Bekämpfnng des talmudischen Pilpul gewesen war, indem er Ersatz für ihn bot, er zeigte den Weg in die Tiefe und entzog ganze Schaaren den schwindeligen Höhen. Auch seine sonstigen literarischen Leistungen wie seine exegetischen Vorträge werden ihres wahren Werthes gewürdigt. — Sehr intereffant sind (S. 41) die unter Mitwirkung des Rabbiners Mendel Baß gefaßten Gemeinde-Beschlüsse, welche eine Instruktion für die jüdischen Aerzte, deren zur Zeit vier vorhanden waren, und für den Unterricht der Jugend, wie für das höhere Studium betrafen. Bei dem zeitgenöffischen Meir Stern (S. 47) war (nach D. Gans im Zemach David) auch deffen Bruder Abraham zu erwähnen, der als Landrabbiner von Mähren sehr berühmt war und 1685 in Frankfurt als Dajan starb.

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