Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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Viertes Kapitel. Die Juden unter Richard I. Wenn auch die rechtliche Lage der Juden sich in der nächsten Regierungsperiode wenig veränderte, wenn auch im allgemeinen dieselben Rechtsnormen bestehen blieben, die zur Zeit Heinrichs II. in Kraft waren, so bildet dennoch die Regierung Richards I. einen bemerkeuswerthen Wendepunkt in der Geschichte der englischen Juden. Denn gleich beim Beginn der neuen Regierung brach der Haß des Volkes die alten Schranken des Gesetzes, und es begann das blutige Drama, dessen Schlußact die Verbannung der Inden bildet. Freudig hatte das Volk dem Rufe seines Königs Folge geleistet; von allen Theilen des Reiches strömten die Kreuzfahrer nach London, um gemeinsam mit dem neuen König den heiligen Zug zu unternehmen. Richard war inzwischen in der Normandie zum Herzog erhoben worden und eilte nach England zur Königskrönung. Im August des Jahres 1189 landete er in England, und wurde Sonntag den 3. September von dem Erzbischof Balduin v. Canterbury in der Westminster- Abtei mit großem Gepränge zum König von England gekrönt^«). Nachdem die Krönung, deren vollständiges Ceremoniell uns von den gleichzeitigen Schriftstellern überliefert wird, beendet 66) Es ist merkwürdig, daß sich bei Rymer: Foedera I p. 48 schon Urkunden aus dem Juni 1189 finden, wo Richard sich ״Rex Angliae“ nennt, vielleicht steht dies mit seiner Rebellion gegen seinen Vater im Zusammenhang. Heinrich II. starb doch erst am 6. Juli 1189 und Richard wurde nach Benedict am 20. Juli, nach Radulphus äs vieeto erst Anfangs August zum Herzog der Normandie erhoben und führte bis zum 3. September den Titel ״Dominus Angliae et dux Normanniae“,