Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte der Juden in England. 37 dington^) alle waffenfähigen Männer auf, für die heilige Sache in den Kampf zu ziehen. Zu dem Kreuzzuge brauchte man Geld und zwar sehr viel Geld. Der König schrieb eine Kreuzzugssteuer aus, den sogenannten Saladins - Zehnten, und ließ von allen Grundbesitzern seines Landes den zehnten Theil ihrer Jahreseinkünfte eintreiben. Außerdem ließ er die reichsten Bürger in den Städten auf eine Liste schreiben und preßte ihnen große Geldsummen ab. In London wurden 200, in Aork 100 solcher Bürger ausgesucht und dem Könige selbst vorgestellt. Daß auch die Juden zu diesem Kreuzzuge ansehnliche Beiträge liefern mußten, braucht wohl kaum erst gesagt zu werden. Ein einziger Jude aus London hatte 200 Pfd. als Krenzzugssteuer zu zahlen^), und im Ganzen zahlten die Juden 60,000 Pfd., während die Christen Englands nur 70,000 Pfd. aufzubringen hatten^). Der Kreuzzug wurde aber von dem Könige selbst nicht mehr unternommen. Die Streitigkeiten mit Frankreich, die Kämpfe mit seinem Sohne Richard, die vielen Niederlagen und der schmähliche Vertrag, den er schließen mußte, ließen ihn nicht mehr lange am Leben. Er starb am 9 Juli 1189 in Chinon und überließ das Reich demselben Richard, den er kurz zuvor so hart bekämpft hatte. So lange dieser König gelebt hatte, waren die Juden gegen alle Ausschreitungen und Angriffe geschützt gewesen, mit dem Beginn der neuen Regierung sollten sie erfahren, daß die Kreuzfahrer ihren heiligen Eifer schon zeigen konnten, bevor sie noch den Fuß auf heiligen Boden gesetzt hatten. So lautet der Ort bei Pauli: Geschichte von England Hl, p. 180. In den U׳ künden heißt er Geldeford, das existirt aber gar nicht. 64) Yeaac filius Rabbi debet C. C. 1״ ut sit quietus de toto Tallagio, quod Rex Henricus pater fecit apud Geldeford post susceptionem Crucis ete. Mag. Rot. I Rio. I ed. Hunter (Record. Commission 1844) p. 230 bei Madox I p. 222 Note f. 65j Gervasius 1. c. j p. 422 a. a. 1188. Benedict II, p. 33 beschreibt die Erpressungen Heinrichs und setzt hinzu: Similiter fecit de Judaeis terrae suae, unde inaestimabilem Bibi adquisivit pecuniam.