Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2572068-2572090-2572091--2505-2574447- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die ältesten Mischna-Compositionen. 11 In erster Reihe muß die Meinung des ״Minchat Bikkurim," auf den sich Hoffmann beruft, zurückgewiesen werden, daß während der Mischnalehrer seine eigenen Zeitgenoffen, der Tana der Tosefta andere Beamte aufzählt, welche zu seiner Zeit gelebt haben. Denn abgesehen von der Thätigkeit Joch an an b. Gudgeda^s führt die Tosefta lediglich solche Aemter auf, die in der Mischna gar nicht Vorkommen. Die Tosefta will also die Mischna, welche 15 Aemter anführt, in erster Linie ergänzen x), indem fte6 ״ Funktionen hinzusügt. Die Differenz zwischen Mischna und Tosefta beschränkt sich zunächst auf einen einzigen Fall: Das Amt der Pfortenverschließung verwaltet nach der Mischna Ben Geber, nach der Tosefta Jochauan ben Gudgeda. Aus dem Umstand aber, daß nach der Mischna Ben Arsa als Levite die Cymbeln schlügt, nach Tosefta hingegen Arsa als Levite das Orchester leitet, müßte im Gegensatz zu Hoffman ns Annahme auf die Priorität der in der Tosefta genannten Beamten geschlossen werden. Es ergiebt sich aber aus Tamid 7, 3, daß Ben Arsa, der die Cimbeln schlug, als Chordirigent fungiert hat und somit ein und dasselbe Amt bekleidet, welches nach der Tosefta Arsa verwaltete (vgl. Arachin II, 5—6). Wird also in der Tosefta Arsa in Ben Arsa corrigiert * 2), so müssen auch die anderen daselbst aufgeführten Beamten Zeitgenoffen der mischnaitischen College» gewesen sein 3). Sollte also die ’) Allerdings ergänzt die Tosefta die Mischna, indem sie noch andere würdige Beanite aufsiihrt, aber aus einer später» Zeit, wie auch sonst die Tosefta als Ergänzung zur Mischna das hinzufügt, was aus späterer Zeit hinzuzufllgen war, vgl. hierüber ausführlich ״Magazin" 1882, S. ISO ff. tz. ") Die Druckausg. u. die Wiener Handschrift haben בן ארזא. H. 3) Be« Arsa scheint ein Familienname zu sein. Es gilt von diesem Namen dasselbe, was ״die erste Mischna" S. 17, Note 2 über Pethachja gesagt wird. Vgl. weiter unten über Elieser. Uebrigens ist es denn so gewagt anzunehmen, daß Ben Arsa, der im Jahre 42 unter Agrippa I. fungirte, noch etwa im Jahre 66, der Zeit der betr. Tosefta noch am Leben war? — H.