Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Hermann Deutsch. wie sie unter den nachsalomonischen Königen geherrscht, herauslesen, theils in ihnen Winke und Anzeichen über die Herrschaft von Königen und Reichen in der spätesten Zeit des zweiten Exils finden.M) 6. Was die Entstehung und Beziehung des alphabetischen Schlußstückes, in welchem das Lob einer tüchtigen Hausfrau mit allen Prädicamenten besungen wird, anbelangt, so ist über daffelbe in den Ueberlieferungen der Nabbinen keine nähere Andeutung zu finden. Die Verse des Stückes werden von ihnen als Ansgangspunkt eines Panegyrikus aller in Tugend und Gottesfurcht hervorragenden Frauengestalten benutzt,52) und darin folgt ihnen auch die moderne Predigt. Von dem Inhalte des Stückes, welches in dem Gedanken wurzelt, der Besitz einer wackern Frau sei das höchste Gut, das reichste Glück und der schönste Segen, sagen sie, daß sich diese Anschauung nicht von derjenigen unterscheidet, die so oft in den Sprüchen über Würdigung und Werthschätzung edler Frauen hervorgetreten,58) und da die alphabetische Structur im Hinblicke auf die vielen alphabetischen Psalmen, von denen einige ausdrücklich dem Könige David zugeschrieben find, kein Beweis einer spätern Abfassung sein kann, 54) außerdem die Sprache des Stückes einfach, der Parallelismus gedrungen ist, so liegt hier die geringste Veranlassung vor, die Absasiung des Stückes in eine spätere Zeit zu rücken. 55) — 61) Der Talmud (Peßachim 87 a, s. Edeles z. St.) findet in einzelnen dieser Sätze Andeutungen auf das Zeitalter Hoschea's; Jalkut u. Midr. Mischte allegorische Hinweise auf spätere geschichtliche Thatsachen. Vgl. das oben Anm. 31 Ausgeführte und im exeg. Theil z. o. 31, 6. M) Der Midrasch Mischle wendet das Stück auf 20 berühmte Frauen des bibl. Alterthums an. 68) S. Midr. Schoch. Lob o. 59 u. vgl. Spr. 12,4. 14,1.18,22. 19,14. 84) Ps. 25. 34. 37.111.112.119.145. Klgl. 1. 2.3.4.Die alphabetische Structur ist nach dem Midr. (Ps. 101. Jalk. Spr. o. 31 und II, Nr. 1002) immer da in Anwendung gebracht, wo ein Preis, Lob oderEreiguiß mit allen Eigenschaft geschildert werden soll. In unserem Stücke steht bei den LXX der e-Buchstabe vor ע, ähnlich wie in Klgl. 2, 3, 4, wo die Rabbinen das Abweichen von der gewöhnlichen Ordnung auszudeuten gesucht. 85) Denjenigen, die es durchaus in die hispanische Zeit rücken