Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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36 H ermann Deutsch. ganz verbürgten Sprüchen Salomos ausgesucht^) und nur solche hier als ״Dibre Chachamim" augefügt habe, die den vorangegangenen salomonischen Sprüchen sowohl ebenbürtig, als auch ihnen gleich würdig sind.—Dieses scheint uns der Inhalt jenes Prologs, mit dem dieserTheil beginnt, zu sein, und wir gehen so weit, zu behaupten, daß die Rabbinen, indem sie in den Worten der Anrede: ״Neige dein Ohr und höre die Worte der Weifen und richte dein Herz auf meine Einsicht," letzter« Ausdruck, der die Mehrheit ״Worte der Weisen" wieder in eine Einheit: ״merke auf meine Einsicht", einschränkt, besonders betonen und im Anschlüsse daran lehren: Nicht heißt es: Höre auf ihre (der Weisen, deren Worte ja empfohlen werde») Einsicht, sondern der Sammler spricht: ״höre auf meine Einsicht," darin ist die Lehre enthalten, daß gute Lehren unabhängig von dem persönlichen Verhalten derer, die sie ausgesprochen, hochzuhalten feien40)״ — daß sie von einer gleichen oder ähnlichen Auffassung dieses Theils der Spruchrede ausgegangen sein müssen.4') S׳J)ולבך תשית לדעתי .... הלא כתבת• לך שלשם במועצות ודעת . . . להיות בה׳ מבטחך.. 40) Nicht daß man Belehrung bei solche» suchen sollte, die nicht selbst ihr nachlebe» (Moäd Katan 17 a), sondem das offenbar Gute von ihnen annehmen dürfe. Gleichen Sinnes ist das arabische Sprüchwort (bei Freyt., krov. ^rab. HL, 30': ג״ ,).*et 41) Es ist eine schwierige Talinudstellc, die wir durch obige Ausfühnmg richtig erklärt zu haben glauben. Sie lautet (Chagiga 15b): ור מאיר היכא למד תורה מאחר אמר ר״ל ד מאיר קרא אשכח ודרש הט אזנך ושמע דברי חכמים ולבך תשית לדעתי לדעתם לא נאמר אלא לדעתי. D. h. wenn (wie R. Jochanan vorher behauptet hatte) man nur Belehrung von solchen annehmen dürfte, die selbst ihr nachleben — wie durfte dann N. Me'ir Unterricht genießen von Acher? (ein Gesetzesverüchter, mit Namen Elisa b. Abuja, später mehr unter diesem Apostateunamen angeführt und bekannt; R. Mir war dessen Schüler) Darauf erwiderte N. Simeon b. Lakisch: R. Me'ir hat wohl die Berechtignng, so zu thnn, diesen Worten der Sprüche entnommen, ״Neige dein Ohr und höre die Worte der Meisen und wende dein Herz meiner Einsicht zu" — warum heißt es nicht: ״Wende dem Herz ihrer Einsicht zu, damit wir wüßten, daß man zunächst die Ansichten jener, deren Lehre man befolgen will, zu erkunden habe, ob sie im Einklänge mit den von ihnen vorgetragenen Lehren sich befinden,