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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 14

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 14 (sequence 18)
Language
German
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14 Hermann Deutsch. sich damit beschäftigt, nicht die Bahnen verlassen hat, in welche die Verhältnisse sie einmal gebracht hatten. Diese bestanden, wie schon oben dargelegt, in der freien Anwendung des biblischen Lehrstoffes und seiner exegetischen Verwerthung, sei'׳es zu dem Zwecke, um deu religiösen, die Gesetzesausführung normirenden Bestimmungen Halt und Festigkeit zu geben, sei es um für die Bedürfnisse der Zeit und die in ihr erkannten religiösen Wahrheiten und sittlichen Grundsätze die Beglaubigung ans dem vielgestaltige»,^) göttlichen Worte zu holen. Das ist die Basis der altrabb. Schriftauslegung, wie sie uns von den ältesten bis zum jüngsten Midrasch herab in zahllosen Beispielen in gleicher Weise entgegentritt. Die verschiedenen Namen der Midraschim bezeichnen demnach keine verschiedene Richtimg in der Auslegung, sondern einfach Werke, die durch die Zeit ihrer Entstehung, oder, auch inhaltlich, durch ihren theils vorwiegend halachischen (wie Sifra) oder haggadischen Charakter (Sifre, Mechilta) geschieden sind; in der erklärenden Auffassung des biblischen Textes aber ist es ei» Geist und ein Sinn, der sich durch das ganze reiche, viele Jahrhunderte umfassende, Material des rabbinischeu Schriftthums hindurchzieht. Wenn deshalb hier überhaupt eine Unterscheidung zulässig wäre, so ist es gerade diejenige, die gewöhnlich nicht Loli. I, 1 . .wie ja in der That das Trg. selbst den Ausdruck נביא oft mit ספריא wicdergibt (s. Joel Löwe Einl. z. d. Ps.), und wir begreifen wirklich nicht, wie Schiffer (d. B. Kohelet S. 110) so etwas Einfaches übersehen konnte. Vgl. Fürst, der Kanon S. 10 u. 50 u. s. auch w. u. Cap. 1 3(111». 11. 22) מ״ט פנים, jer. Talm. Sanhedr. IV, 2. Maßech. Soferim XVI, 6. Midi׳, r. z. Hohl 2, 4. Tanchmna Ans. Bamidbar. 3luch das Trg. z. Hohl. 1, 11 spricht von ״den 49 Arten der Gesetzauslegung," wozu Salfeld (d. Hohel. S. 8 Anm.) irrthümlicherweise Sanhedr. 99a als Quelle angibt. Vgl. noch Erubin 13b und 21b, Sanhedr. 17a, Taamid 32־b. Von den 50 Pfaden der Erkenntniß habe selbst Moses nur die 49 erreichbaren erklommen — lautet ein dem erster» entsprechender Ausspruch der Rabbinen Nosch Hasch. 21a; Nedarim 38a.

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