Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprüche Salomo's. 7 Hierin eine theilweise Aenderung herbeizuführen und dadurch ein verkanntes und deshalb vielfach mißachtetes Gebiet zu größerer Anerkennung zu erheben, ist die Aufgabe, die sich die folgende Schrift gestellt hat. Was bisher nur an einzelnen Beispielen gezeigt, das will sie an der Hand eines ganzen biblischen Buches versuchen. Sie will beweisen, daß aus einer gründlichen Beachtung aller, oder auch nur der meisten über irgend ein Buch der heil. Schrift uns erhaltenen haggadischm Aussprüche der Rabbinen, sich so manche kritischgeschichtliche Anschauung und Anregung gewinnen, so manch schöne und sinngemäße Erklärung finden läßt. Die Resultate dieser Untersuchung waren denn in der That für uns selbst ganz überraschende. In fast jedem Kapitel des hier besprochenen Buches dürfte uns an mehreren Stellen der Nachweis gelungen sein, daß viele dunkle Sätze, die erst von dem Lichte der modernen Philologie erhellt scheinen, diese ihre Beleuchtung bereits von Seiten jener Rabbinen erhalten; die Lösung anderer räthselhaften Stellen, So eifert Dunasch gegen eine Erklärung Menachem b. Seruks zu dem Worte חנותי (l Sam. 12, 3), ohne daran zu denken, daß auch der Talmud dieselbe hat (Nedarim 38 a); ebenso widerlegt er dessen Auffassung des Ausdrucks Jj. 16, 15, die auch im Midrasch zu Echa 1, 22 zu finden. Desgleichen widerlegt Parchon in seinem Lexikon unter עץ eine Erklärung Saadias zu IV M. 10, 31, die auch der Midrasch z. St. hat, und citirt beispielsweise unter ^2 eine Erklärung Chajjugs zu 3 M. 20, 12, die sich ebenfalls im Midrasch (? Jalkut näml.) befindet. Eine Stelle, wo Saadias mit Debarim rabba zusammen trifft, ist w. u. im exegetischen Theil 24, 21 mitgetheilt. Dieselbe hat auch Kimchi unter שנה. — Aehuliche Beispiele könnten wir noch mehrere anführen, doch ist hier immer zunächst die Frage zu untersuchen, ob jene Midraschstelleil diesen Schriftstellern des 10. Jahrhunderts überhaupt hätten bekannt sein können. Sehen wir doch wie sogar R. Samuel b. Meir an einer Stelle seines Commentars (zu II. M. IV, 10) seine Unkenntniß des Schcmot rabba (vgl. das. o. 1) verräth, u. z. in einer Weise, welche die Annahme eines Versehens nicht zuläßt. Beiden neueren Auslegern dagegen ist dies ganz anders; hier ist es nur die zerstreute Materie, die so häufiges Uebersehcn der rabbinischen Auslegung herbeiführt. Vgl. als Beispiele w. u. im exeget. Theil zu Cap. 20, 14; 25, 23 insbesondere zu 22, 29.