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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 6

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 6 (sequence 10)
Language
German
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6 Hermann Deutsch. vertritt, sehen wir letzteren, wiewohl er den Inhalt der Schrift für seine apologetischen und historisch-kritischen Zwecke frei verwendet, sich dennoch nie von der gegebenen, einfachen Worterklärung vollends entfernen. — Das Material für eine nutzvolle Verwerthung ist deshalb, wie gesagt, in den Schriftwerken der talmudisch-midraschischen Gelehrten in sehr reichem Maße vorhanden, nur müßte es leichter zugänglich gemacht werden. Leider ist aber in dieser Beziehung bis jetzt sehr wenig geschehen. Das weitgehende Versprechen Dukes,°)eine ausführliche Geschichte der hebräischen Sprache in der talmudischen Periode, enthaltend, die Resultate der Forschung jener Zeit iiber Grammatik, Synonymik und Etymologie, zu schreiben, hat uns Berliner') zum Theil erfüllt; sonst ist, wenn wir von der Arbeit Fürsts über den Kanon des alten Testaments nach den Ueberlieferungen im Talmud und Midrasch absehen, nichts Nennenswerthes zur Klarlegung der unter den Allegorien zerstreuten, für eine wissenschaftliche Erklärung der Bibel nutzbaren, Bemerkungen der Talmud- und Midraschlehrer geschehen.") Daher kommt es denn auch, daß ihrer selbst in solchen biblischen Commentaren, die, sei es der Ausführlichkeit oder der freien Auswahl wegen, alle möglichen Auslegungen und Uebersetzungcn zu jedem einzelnen Verse geben, nur selten oder gar keiner Erwähnung geschieht.") 8) Im Vorwort zu den mit Ewald herausgegebenen Beiträgen zur ältesten Schriftauslegung II S. VIII. 9) Beiträge zur hebräischen Grammatik im Talmud und Midrasch, Berlin 1878. 10) Salfeld in seiner Schrift ״das Hohelied Salomos bei den jüb. Crllärern des Mittelalters" ist auf die talmudische Exegese, weil sie außerhalb des Bereichs seiner Arbeit lag, nicht näher cingegangen, und gibt, wie er selbst S. 3 bemerkt, nur eine allgemeine Uebersicht dieser Literatur; Schiffer dagegen ״das Buch Kohelet nach Auffassung der Weisen des Talmud und Midrasch" wollte sich zwar ״der tatmudischmidraschischen Periode in eingehender Weise zuwenden", hat aber, indem er Homiletisches und Exegetisches nicht auseinander hielt, viel zu wenig für den Zweck des Nachweises rein wissenschaftlicher Auslegung im Talmud und Midrasch geboten. 11) Dieses ist auch vielfach schon den ältesten jüd. Auslegern passirt.

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