Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 7)
- Language
- German
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3 Sprüche Salomo's. Leider aber ist bei allen unbestreitbaren Fortschritten auf dem Felde der biblischen Exegese gerade nach dieser Richtung hin ein Rückschritt gu verzeichnen/ indem die seit der Mitte dieses Jahrhunderts vorherrschende historische Exegetik die altjüdische Tradition fast ganz ignorirt, und der Weg, von dem die bedeutenden Sprachforscher Renchlin, Buxtorf und Gesenius bei allen ihren Untersuchungen auf sprachwissenschaftlichem Gebiete ausgegangen und dein sie nicht zum kleinsten Theil ihre großen Erfolge auf diesem Gebiete zu verdanken haben, von viele!: modernen Sprachforschern fast völlig aufgegeben ist. Mall begllügt sich mit ben vererbten Trümmern spanischarabischer Sprachwissellschaft, ohne zu bedellken, daß die meisten jüdischen Sprachgelehrten jener Epoche, wie Saadia, Menachem b. Saruk, Jbn Ganach, N. Hai Gaon u. v. a. gerade durch ihr Zurückgeheil auf die alte Tradition und durch Benlltzung der von den Rabbinen gegebenen Resultate so Erfolgreiches und Verdienstliches zu leisten in: ©taube waren. °) Man berechtigten בעלי הלשון/' ohne deshalb den Werth ihrer exegetischen Auslegung zu überschätzen ((. dessen ״ וכוחDisputationes" S. 4). Ein unwiderlegbares Zeugniß der tiefsten grammatischen Kenntniß und Sorgfalt bleibt das Studium der Massora, das bereits zur Zeit der Talmudlehrer in höchster Blüthe stand (Joseph, o. Ap. 1, 8; s. Kidduschin 30 a und j. Talm. Schekal. V 1; vgl. auch Magazin f. Wissensch. d. Judenth. Jahrg. 3 S. 102 f.), und die ängstliche Gewissenhaftigkeit, mit der man den Bestand des Textes wahrte und hütete (vgl. Eichhorn, Cinl. § 111, 113 123, und Jost, Gesch. d. V. Jsr. IV. S. 36; Geiger, Urschrift und Uebers. S. 3 u. 6), so wie die Aufmerksamkeit, mit welcher man auch zu homiletischen Zwecken auf die Zahl der Ausdrücke und Wortformen achtete. Aus der präcisen, geistreichen, in ihrer Weise klassischen Sprache der Mischna einerseits, und der aus der talmudischen Zeit stammenden Gebete anderseits, geht, wie schon Joel (Blickein die Neligionsgeschichle S. 55) richtig bemerkt, deutlich hervor, daß jene Männer die Fähigkeit, sowol des wissenschaftlichen, wie des künstlerischen Gebrauchs der hebr. Sprache, noch im höchsten Grade besessen haben müssen. Vgl. auch Geiger, Ursch. S. 14 u. 159 f. Fürst, Cultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien S. 25 f. u. S. 63. 3j Jbn G'anach in der Vorrede seines großen gramm. Werkes LLtad al-Lunm (hebr. רקמה) sagt selbst, daß ihm die Alten durch ihre treue Bewahrung und grarnmatische Behandlung des Textes den Anstoß