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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 2

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 2 (sequence 6)
Language
German
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2 Hermann Deutsch. In der That ist ruht Alles, was man unter Haggada versteht, die freieste Anwendung des biblischen Lehrstoffes; vielmehr enthalten die meisten haggadischen Auslegungen der Talmudisten und Midraschlehrer, wenn man ihre paraphrastische Hülle und ihr moralisches Lehrgewand, womit sie den Schriftvers umgeben, entfernt, in den meisten Fällen einen gesunden Kern echt rationeller, auf Eruirung des Wortsinnes und des Satzgedankens gerichteter mtb auf gedankenmäßige Auslegung führender Exegese. Allerdings kann diese, wie alle sprachlichen Erklärungsweisen, keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit machen, aber ausgehend von Männern, die zur Sprache der Schrift noch ein ziemlich unmittelbares, uureflektirtes Verhältniß hatten, itnb die außerdem zu allererst sich mit der Erforschung und kritischen Durchdringung derselben abgemüht, wird sie wohl der Beachtung und gewissenhaften Prüfung werth bleiben müssen?) untersuchen und die Ergebnisse dieser Untersuchung zusammenzustellen, ״da werde sich zeigen, daß derselbe einen großentheils noch ungehobenen Schatz rationeller Exegese enthalte". — Fürst, in seiner Schrift ״der Kanon des alten Testam." S. 9 u. f., lenkt die Aufmerksamkeit der Bibelforscher auf die kritisch-geschichtlichen Punkte, deren erste Fäden bereits im Talmud zu finden, hin, und ebenso führt Joel, in seiner gelehrten Abhandl. ״Spinoza's theol.-polit. Tractat auf seine Quellen geprüft" S. 14 und 31, die Bedeutsamkeit der von den Talmudlehrern auf kritisch-wissenschaftlichem Gebiete gegebenen Anregungen und Nesultäte in einigen Beispielen treffend vor. Auf die Wichtigkeit der im Talmud und Midrasch gegebenen etymologischen Untersuchungen über verschiedene Orts- und Personennamen weist Dukes, in den mit Ewald herausgegebenen ״Beiträgen zur Geschichte der ältesten Auslegung" II. S. 49—53, mit Nachdruck hin. Treffend nennt Delitzsch (zur Gesch. d. jüd. Poesie S. 34) den Midrasch eine poetische Exegese, d. h. eine solche, die von den buntesten Gemälden, von Parabeln und Sagen, eingefaßt ist, und von der Arbeit, aus jener Umhüllung mit forschenden! Sinne den beabsichtigten Gedanken herausMnden, spricht schon Krochmal, indem er (More Nebuche Ha-Seman xortn 11, 7) für das richtige Erfassen jedes talm. Ausspruches הפשטת מלבוש הציור והלצה ההנדית המהויב תמיד לנבונים, wie dieses auch der scharfsinnige R. Samuel Edeles gethan, verlangt. 2) Nachmanides zu Exodus 13, 16 nennt sie auch darum die ״stimm-

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