Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Recensionen. klassisch-arabischen und des islamischen Schriftthums genügt nicht, um sich ohne weiteres in den Schriften der arabisch schreibenden jüdischen Autoren zurechtzufinden. Die Ursachen davon sind mannigfaltige; nicht die unwesentlichste ist diejenige, daß diese ganze Litteratur mit hebräischer Quadratschrift geschrieben uns entgegentritt. Die Verwendbarkeit der hebräischen Schriftzeichen für Sprachen verwandten und fremden Charakters ist auch in unserer Zeit überall bekannt und geübt, die Noth- Wendigkeit, welche zum Gebrauche dieser Schrift für europäische Sprachen geführt hat, ist zweifellos dieselbe, welche Saadja, Maimnni und Andere gelehrt hat, ihre Werke in eben dieser Schrift ihren Glaubensgenossen zugänglich zu machen, und nicht ohne triftigen Grund hat Maimuni für seinen More den Fluch gegen jeden ausgesprochen, der sein Buch mit anderen, als hebräischen Lettern abschreiben würde'). Wenn bei den übrigen Schriften nur nach einer Vermuthung geurtheilt wird, die auf Rückschluß sich gründet, da uns in den meisten Fällen nur Copieen vorliegen, so kann es von vorn herein kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Abschreiber die Werke in derselben äußeren Gestalt überliefert haben, wie diese ihnen Vorlagen. Auf der anderen Seite aber dürfte kaum weniger zu bezweifeln sein, daß in den arabisch redenden Ländern die Mehrzahl der Juden die arabische Schrift überhaupt nicht zu lesen verstanden habe. Moderne Publikationen von Texten aus der jüdisch-arabischen Litteratur sind daher durchaus in hebr. Quadratschrift beizubehalten. Denn durch Umschreiben in das übliche Neschi geht nicht nur das äußere originale Gepräge vollständig verloren, es tritt auch eine Verwischung der,othographischen Eigenthümlichkeiten ein, vor denen die Quadratschrift mehrere angenommen hat. Die Sache ist deswegen nicht ohne Belang, weil man durch die Umschrift leicht da grammatische Fehler erzeugt, wo nur eine abweichende orthographische Ge- *) Geigers Zeitschrift für jüdische Theologie I S. 420 (Siehe Vs Sacy, Abd-Allatif, Relation de l’Egypte p.466) vgl. S. 188, wo für Saadjah bewiesen wird, daß er sich in seinen Schriften der hebr. Buchstab, bedient habe.