Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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134 Recensionen. die oben S. 131 citirte Stelle von der Priorität des Judenthums auf sämmtliche profanen Wissenschaften.) In gleicher Weise allegorisiert derselbe den sinnverwandten Vers, Spr. 22, 13. Ganz ähnlich erklärt derselbe nur halb allegorisch Spruch 1, 7 dahin: daß zwar die Lehre und die Beobachtung der religiösen Gebete allerdings die nothwendigen Grundlagen der Erkenntniß bilden, man aber ja nicht glauben solle, daß jene allein genüge (soii. auch für Diejenigen, die darüber hinaus gehen können), denn so wie es ohne Gottesfurcht keine Wissenschaft giebt, so ohne Wissenschaft keine Ehrfurcht, vielmehr sind es nur die Thoren, welche Weisheit und Zucht, d. t. Metaphysik und Naturwissenschaft verachten"*). — Aber auch hierbei steht Immanuel nicht vereinzelt da, es steht ihni wenigstens als Philosoph, als welcher er Immanuel bei Weitem überflügelt, Hillel ben Samuel zu Forli zur Seite, der Enkel des berühmten Talmudgelehrten Elasar aus Verona und Schüler des berühmten Rabbiners Jona Girundi (,1:1רבעו ׳), Arzt und Uebersetzer mehrerer philosophischer Schriften. Derselbe war ein leidenschaftlicher Verehrer des Maimunischen More — und, als ein ebenso leidenschaftlicher Feind desselben, der Franzose Salomon Petit auf seinen Reisen bezweckte, die Glaubensgenossen gegen dieses Werk einzunehmen und die Verbrennung desselben zu veranlassen, agitirte Hillel bei allen jüdischen und christlichen Gelehrten, unter ersterem beim päpstlichen Leibarzte Maestro Gajo (Jsak ben Mordechai) so lange, bis er die Bemühungen des Franzosen vereitelte. Die Anhängerschaft für den More, d. h. den von ihm eingenommenen philosophischen Standpunkt war eine ungetheilte und allgemeine, und wird der ״Führer" so- *) Ehe ich Immanuel verlasse, will ich im Schatten dieser Note bemerken, daß aus dem Citate lS. 208 N. 2) nicht zu folgen scheint (das Original besitze ich allerdings nicht), was der Verfasser ihn darnach im Texte sagen läßt. Die Worte können sagen: wodurch kann ein kluger Schriftsteller sich bei Rabbinen insinuiren? wenn er nach Phrasen jagt, wie Einer, der nur eursorisch, d. h. quantitativ, nicht aber qualitativ nach Wissen hascht.