Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen. 133 Provocation zu öffentliche» Religionskoutrovcrsen. Solche Disputation wild schon ans den! Anfänge des 7. Jahrhnnderts erwähnt und zwar mit einem blinden Manne zu Rom über die Jungfräulichkeit Maria's, ferner (Mitte des 8. Jahr- Hunderts) von Alkuin die Unterredung eines Juden Jnlius mit Meister Peter von Pisa berichtet, einer Disputation, welcher man die Ehre erwies, sie anfznschreiben, und so wurden diese religions-philosophische Turniere mit den folgenden Jahrhunderten nicht weniger-, und in anderen Ländern wiederholt. Aber es hätte dieses Jmpulrs gar nicht bedurft, der innere Trieb spornte die jüdischen Gelehrten und Dichter weit mehr, als dies durch äußere Reizmittel geschah, zur philosophischen Erfassung des Religionsinhaltes an. Ans alter mehr legendenartiger Zeit wird darüber eine merkwürdige, fast wörtliche übereinstimmende religions-philosophische Aeußerung, des Tana debe Eliahu über die jüdische Lehre und — des Basilianerabts Ni las des Jüngeren gegen Donnolo über die christliche Religion berichtet «.vgl. S. 24 und 53). In der eigentlich historischen Zeit steht nun wiederum Immanuel als Gestirn erster Größe am mittelalterlichen italienischen Himmel. In der allegorisch-mystischen Deutung (דרך הנסתר) mit seinem Vorbilde Dante rivalisirend, läßt er sich über Sprüche 26, 13 (der Träge spricht: Ein Schakal ist auf dem Wege, ein Löwe auf den Straße») folgendermaßen ans: ״Dieser Spruch geht diejenigen an, welche lässig sind in der Erwerbung der Erkenntniß, weil sie dieselbe für gefahrvoll halten, also gleichsam einem Schakal zum Opfer zu fallen fürchten. Sie sagten, wie sollen wir uns mit der Natur- Wissenschaft beschäftigen, da unter den Meister«: derselben sich so niancher Gottcsle>«gner und Neligionsverächter findet, der unserer Lehre keinen Glauben schenkt? Oder wie sollten wir dem Studium der Logik obliegen, welche die Menschen bethört und trügerische Beweise an die Hand giebt? Wir wollen von der Philosophie überhaupt nichts wissen, da sie die Ausgeburt von Aristoteles und von Männern ist, die an uilsere Lehre nicht geglaubt haben?" (Als Antwort folgt