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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 122

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 122 (sequence 125)
Language
German
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22־1 Bernhardt Ziemlich. gerade während der Zeit der schwersten Bedrückung und Er- Pressung eilt Nürnberger Jnde das mit verschwenderischer Pracht ausgestattete Machsor für sich haben anfertigen lassen? Wer es niit eigenen Angen gesehen hat, wird dies kaum zugeben wollen. Die Annahme, daß unser Codex als Synagogen-Machsor, d. h. zum Gebrauche für den Vorbeter gedient hat, ließe sich durch den Umstaitd begründen, daß es mit האל בתעצומות beginnt, und daß die Anfänge der Schlußsätze, die der Vorbeter zu recitiren hat, durch Coloration hervorgehobelt sind. Trotzdem kann über den privaten Charakter des Machsor kein Zweifel obwalten. Den Beweis hiesür liefert der Wunsch, den der Schreiber am Schluffe ausspricht: יהי רצון שיזכה להגות בו הוא ובניו וכני בניו עד סוף כל החדות. Das Machsor war also von vornherein zum Privatstudium für deil Besitzer und die Seinigen bestimmt. Daher erklärt es sich auch, daß der Abschreiber die meisten Gebetstücke mit Commentarien, nitd häufig sehr weitläufigen versehen, daß er ganze Sittenbücher wie חיי עולם und הלבנת תשובה eingefügt, daß er auch außer Gebrauch gekommeite, oder in andern Gemeinden gebräuchliche Gebete aufgenommeit hat, so daß wir häufig lleben eiilander zwei und mehrere Ofan, Geula u. dgl. uub zwei Abodas am Versöhnnngstage finden. Diese werthvolleit Bereicherullgen hätten in einem Synagogen-Machsor nicht die rechte Verwendung gefuitden und die nicht gebräuchlichen Gebete für den Vorbeter nur störend gewirkt und ihn nicht feiten zu Jrrthümern verleitet, während sie dem Privatmanne, der das Machsor außer zur Andacht auch zum Studium gebrauchte, nur willkommen sein mußten. Ueberhaupt wurde im Mittelalter von hervorragenden Autoritäten die Verwendung solcher zum Privatgebranche angelegter Machsorim zum Vortrage vor der Gemeinde nicht gerne gesehen. Die prächtige Ausstattung derselben war ein Grund mehr sie zllm öffentlichen Gebrauche nicht zuzulaffen,^) *י) Vgl. oben S. 123 Amu. 22.

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