Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Machsor Nürnberg. 121 vollendet wurde, so sollte man doch seinen Namen — wenn er ein Nürnberger war, nnd jedenfalls zu den reichen und steuerfähigen Juden gehörte — in diesem Verzeichnisse erwarten; allein derselbe ist dort nicht zu finden. Sollte Josna b. Isaak in den Jahren zwischen 1331 — 38 verstorben sein? Dann sollte doch wohl einer seiner Söhne18) auf der Liste Vorkommen, allein auch von dem Sohne eines Josua ist auf derselben keine Spur. Auch in dem zweiten von von Würfel mitgetheilten Verzeichnisse (S.44), das die Namen der innerhalb der Jahre 1321—1359 nach Nürnberg gezogenen Inden, ״die zwei Burger-Bürgen" stellen mußten, kommt der Name Josua nicht vor. Josua b. Isaak, der sich das Machsor anfertigen ließ, wird also schwerlich ein Nürnberger gewesen sein. Ueberhaupt waren die Verhältnisse der Juden in Nürnberg im dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts so trauriger Art, daß sich kaum einer unter ihnen den Luxus eines so kostspieligen Werkes gestatten konnte. Die Entstehungszeit unseres Machsor setzt Wohlhabenheit und ein behagliches Dasein voraus. Wie wenig sich dessen in den angegebenen Jahren die Nürnberger Juden zu erfreuen hatten, beweist das ihnen im Jahre 1331 von König Ludwig ertheilte Privileg, dem zufolge ״sie ledig und frei an aller Steuer und Bede und auch an aller Beschwerniß und Gefängniß da sitzen sollen." Nur 400 Gulden sollten sie jährlich für dieses Privileg zahlen, bis sie nach der Meinung des Bürgerraths mit mehr werden dienen können. '0) Mit Recht schließt Stobbe daraus, daß der König in den vorangegangenen Jahren durch Beschwerniß und Gefängniß Geld von ihnen erpreßt hat. ״Ihre Kräfte waren erschöpft und darrrm sollen sie jetzt nur 400 Gulden Steuern zahlen; sobald sie sich erholt haben, soll diese Steuer nach dem Gutachten des Stadtraths erhöht werden." *°) Sollte nun ף׳ Daß der Besitzer des Machsor Söhne gehabt, geht aus dem Epigraph hervor. S. Stobbe, die Juden in Deutschland während des Mittelalters S. 52. *׳) Das.