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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 120

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 120 (sequence 123)
Language
German
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120 Bernhardt Ziernlich. schreiben ließ." So ist der Besitzer des Machsor ein Nürnbergcr geworden. Christoph Gottlieb von Murr, dem miederum Würfel als Quelle dient, giebt (a. a. O. S. 68) ebenfalls Nürnberg mit Bestimmtheit als Wohnort des R. Josua an, ebenso Ghillany, (a. a. O. S. 57) der aber noch die weitere wichtige Mittheilung zu machen weiß, daß das Machsor ״wie erzählt wird", bei der im Jahre 1499 stattfindenden Jndenaustreibung aus de. Nürnberger Synagoge geraubt worden ist." Es ist befremdlich, daß kein Geringerer als Zunz diese Angaben auf Treue und Glauben hingeuommen zu haben scheint, denn er spricht in seinen Ritus, offenbar auf Grund unseres Machsor, von dem ״Ritus von Nürnberg"/') als wenn kein Zweifel darüber zulässig wäre, daß dieses Machsor in Nürnberg entstanden, in der dortigen Gemeinde zum öffentlichen Gottesdienste verwendet worden ist und den Ritus derselben repräsentirt. Es ist daher nicht bloß ftir die Geschichte unseres Codex, sondern für die Geschichte eines Rituszweiges von Wichtigkeit, die obige», mit mehr oder weniger Bestimmtheit auftretcnden Angaben über unser Machsor eingehend zu untersuchen. Zunächst ist die Bezeichnung des Besitzers des Machsor Josua b. Isaak als ״Nürnberger" vollständig aus der Luft gegriffen. In dem Epigraph des anonymen Schreibers steht darin Nichts. Daselbst heißt es bloß: כתבתי זה המחזור לר׳ יהושע כר יצחק, (s. oben) ohne Angabe seines Wohnortes. Hingegen läßt sich aus Würfel selbst mit einiger Wahrscheinlichkeit Nachweisen, daß dieser Josua nicht aus Nürnberg gewesen. Würfel theilt nämlich (S. 40) aus dem ״alten Burgerbuch" in Nürnberg ein Verzeichniß derjenigen Juden mit, ״so Burger in Nürnberg waren." Dieses Verzeichniß, daß W. ״sorgfältig ausgeschrieben" haben will, wurde im Jahre 1338 angelegt und enthält 212 männliche uub weibliche Namen. Da unsere Handschrift im Jahre 1331 für Josua b. Isaak דנ) Vgl. Ritus S. 70 und 138.

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