Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Machsor Nürnberg. 119 B. Geschichte des Machsor. Die einzige authentische, freilich sehr spärliche Nachricht über die Geschichte unseres Machsor enthält das am Schlüsse desselben befindliche Epigraphs, oben S. 116). Was sonst die Bibliographen und Chronisten über die Geschichte unseres Machsor anzugebe» wissen, beruht ans leeren Vermuthungen. Wie dieselben willkürlich aufgestellt und dann ebenso willkürlich erweitert und zur Gewißheit erhoben wurden, mögen nachstehende Zusammenstellungen erweisen, Wülfer schreibt in der Dedication zu seinen Theriaca Judaica: lüo 6a enim Codicetn ßabbinicnm raembrauaceum incomparabiletn, et quadringeutorurn pene anuornm, a Judaeo quodara, cum fixia adhuc sedibus iu Urbe Yestra habitarent, ut suspicor, couscriptum, usibus meis liberaliter concesistis, cujus parem nec Vaticana, nec Bscurialis, nec Christianissimi ßegis Bibliotheca habet, nec seeundum, credo, Sol ipse vidit. Wülfer vermnthet also, daß der Codex von einem Inden in Nürnberg geschrieben sei, wozu ihn wohl nur die Thatsache, daß sich derselbe im Besitze der Nürnberger Stadtbibliothck befindet, veranlaßt hat. In seinem handschriftlichen Catalog sagt Wülfer in einer Stelle, die Würfel (S. 100) ausführlich bringt: ״Es ist nicht außer allem Zweifel, es sei dieser Codex in Nürnberg selbsten geschrieben, und in der Jnden-Synagog allhier täglich gebraucht worden." Hier erweitert also Wülfer seine Vermuthnng dahin, daß das Machsor in der hiesigen Synagoge, und zwar ״täglich" gebraucht wurde, obgleich dasselbe die täglichen Gebete gar nicht enthält. Man sieht also, was von diesen Angaben zu halten ist. Jndeß ist doch anzuerkennen, daß Wülfer dieselben als ״nicht außer allen: Zweifel" bezeichnet. Für Würfel jedoch, obgleich er sich nur auf Wülfer stützt, bestehen diese Zweifel nicht mehr und er schreibt (Seite 98) ohne Bedenken, ״daß Rabbi Josna, ein Sohn des Isaak zu Nürnberg das Machsor für sich und die Seinigen