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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 109

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 109 (sequence 112)
Language
German
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Jsak Jsraeli's Propädeutik für Aerzte 109 42. Besuche den Kranken nicht zu oft und verweile bei ihm nicht zu lange, wenn nicht etwa die Behandlung der Krankheit es erfordert, denn immer nur der neue Anblick (Kethub. 7 b) erfreut. 43. Eine allzugroße Praxis verwirrt das Urtheil des Arzles und läßt ihn verkehrte Anordnungen treffen. 44. Die meisten Unwissenden fragen dich nur darum um deineir Nalh, was du für die Krankheit anordnest, damit du ihnen mittheileft, ob der Kranke von dieser Krankheit genesen oder sterben werde. Sie sagen sich nämlich in eingebildeter Klugheit: wenn er leben soll, so braucht er keinen Arzt, wenn aber der Tod verhängt ist, so kanir der Arzt ihn nicht aufhalten"), wobei freilich die Thoren nicht begreifen, daß wenn der Arzt sagt, der Kranke werde leben, dies nur unter der Bedingung geschieht, daß man in geeigneter Weise ihn behandeln und mit ihm verfahren werde. 45. Die meisten unwissenden Aerzte sind in jeder Krankheit gleich dabei, Aderlaß und Ausleerungen anzuordnen, wenn selbst Leere und Mangel an Wärme die Krankheit verursacht. Auch zeigen sie denen, die sie consultiren, daß wenn diese Säfte im Körper geblieben wären, sie eine Erstickung herbeigeführt hätten, und reden ihnen, um ihnen Angst und Schrecken zu machen, ein, daß der auf der Oberfläche dieses Blutes sich zeigende Schleim Eiter sei und daß sie selbst voll von Fäulniß seien, und verordnen ihnen einen zweiten Aderlaß, so daß sie ihnen alle Säfte ausdörren. Das wolle Gott an ihneir strafen (Joel 4, 4), daß ihre Kraft gleich einem Scherben trocken werde (Ps. 22, IO) und ihr Saft in Sommerglnthen sich verzehre ") (ib. 32, 4). 37) Eine solche fatalistische Verzweiflung an aller medicinisch^u Kunst hat sich übrigens selbst der größten arabischen Aerzte in ihren letzten Stunden bemächtigt, so z. B. Jbn Sina's und Jbn Zohr's, vgl. L eclerc II, 88. Ich lese: לא] ישאלו]. 38) Der Sinn dieser Verwünschungen ist weit harmloser, als die wörtliche Uebersetzung dieses aus Bibelstellen zusammengesetzten Passus 1884. IN. IV. 8

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